Neuer Moderator

Streit um Steinbruch-Erweiterung: Dialog wird wieder aufgenommen

Die Lhoist-Verantwortlichen halten an ihrem Vorhaben fest, den Hönnetal-Steinbruch bis in den Bereich Beil erweitern zu wollen.
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Die Lhoist-Verantwortlichen halten an ihrem Vorhaben fest, den Hönnetal-Steinbruch bis in den Bereich Beil erweitern zu wollen.

Zurückhaltend haben sich die Verantwortlichen des Lhoist-Werks im Hönnetal in den vergangenen Monaten verhalten in Sachen geplanter Steinbrucherweiterung und Regionalplanentwurf. Nun aber könnte Bewegung in die Sache kommen und auch der Dialog mit den Gegnern der Erweiterungspläne aus Eisborn soll wieder aufgenommen werden.

Bekanntlich möchte Lhoist den Hönnetaler Steinbruch um rund 80 Hektar erweitern. Nach dem neuesten Regionalplanentwurf ist dies jedoch nur noch in kleinerer Form möglich. Stattdessen sieht der Entwurf nunmehr auch einen Abbau der Kalkflächen in Richtung Horst und damit über Grundstücke vom Hof Schulte-Horst vor. Das von Lhoist bevorzugte Abbaugebiet „Beil“ – bisher Stein des Anstoßes für die Eisborner, denn sie sehen ihren Lebensraum aus dieser Richtung bedroht – spielt in diesen Planungen nur noch eine kleine Rolle.

Jetzt bezog Stefan Flügge, neuer Leiter des Lhoist-Werks Hönnetal, erstmals eindeutig Stellung: „Wir brauchen gute Rahmenbedingungen, damit es auch künftig für uns hier im Hönnetal weitergeht.“ Außerdem: „Nach wie vor sind wir an diesen Werksstandort gebunden, dessen Ausweitung im Regionalplanentwurf ausgewiesen ist und uns weiterhin hochwertige Kalkqualität sichern soll.

Konzern sieht Ersatzflächen als problematisch an

Aus der Presseabteilung des weltgrößten Herstellers von Kalk- und Dolomiterzeugnissen hieß es zudem: „Der Regionalrat steht grundlegend zur Bedeutung der Rohstoffsicherung in der Region. Anstatt des Beils wurden aber im aktuellen Planentwurf Flächen im Grübecker Feld ausgewiesen.“ Diese seien aus Sicht des Konzerns allerdings nur unter großen zeitlichen und wirtschaftlichen Anstrengungen realisierbar. Ebenso würden aus der Nachbarschaft Bedenken zur dieser geplanten Flächenausweisung angeführt. „Deshalb halten wir weiter an einer Lösung im Beil als mögliches Erweiterungsgebiet für unseren Steinbruch fest.“

Im Dialog mit der Öffentlichkeit soll eine Lösung erarbeitet werden, die sowohl die Zukunftsfähigkeit des Lhoist-Standortes Hönnetal als auch die Lebensqualität von Anwohnern und Nachbarn in gleichem Maße sicherstelle. Für den weiteren Austausch habe Lhoist gemeinsam mit dem Forum Eisborn einen neuen Moderator ausgewählt, der bereits erste vorbereitende Gespräche führe.

Erster Dialogversuch war früh beendet

Hierbei handelt es sich um Marcus Bloser vom Büro IKU in Dortmund. Nachdem im vergangenen Jahr ein erster Dialogversuch mithilfe eines Mediators bereits nach kurzer Zeit gescheitert war, weil die Erweiterungsgegner die Gespräche abgebrochen hatten, soll nun ein neuer Versuch unternommen werden.

„Das Bürgerforum (Bürgerforum aus Eisborn, d. Red.) und Lhoist sind aufeinander zugegangen, um die Gespräche aufzunehmen“, hieß es seitens des Konzerns. „Ein moderierter Dialog wird als sinnvoll erachtet.“ Der Moderator sei von Lhoist und vom Bürgerforum Eisborn gleichermaßen akzeptiert und ausgewählt worden. „Das ist die Grundlage für einen konstruktiven Dialog“, so Lhoist.

Treffen soll im April stattfinden

Ein erstes Treffen soll im April stattfinden. Wir fragten nach: Auf Nachfrage, ob es dabei inhaltlich schwerpunktmäßig um Informationen über den Steinbruchbetrieb mit Abraummengen oder die Erweiterung des Steinbruchs gehen wird, erklärte das Unternehmen: „Sowohl als auch. Es sollen Themen besprochen werden, die sowohl die Zukunftsfähigkeit des Lhoist-Standortes Hönnetal als auch die Lebensqualität von Anwohnern und Nachbarn in gleichem Maße angehen.“

Die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS) wollte zur Lhoist-Ankündigung über die Wiederaufnahme der Gespräche auf unsere Anfrage keine Stellung nehmen.

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