Streit in der SPD: Buderus droht mit Parteiaustritt

Der neu gewählte Vorstand des SPD-Ortsvereins (v.l.): Michael Kather (Beisitzer), Bernd Zielhofer (Kassierer), Anna Schwabe (stellvertretende Vorsitzende), Cay Schmidt (Vorsitzender). ▪

BALVE ▪ Ein gegen die ehemalige Fraktionsvorsitzende und Kreistagsabgeordnete Eva Buderus gerichteter Missbilligungsantrag und die darauf folgende Androhung des langjährigen politischen Aushängeschilds der Balver Sozialdemokraten hat in der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins am Donnerstag für mächtig Wirbel gesorgt.

SPD-Ratsfrau Sigrid Schmidt hatte beantragt, das Verhalten von Eva Buderus bei der Wahlkreiskonferenz am 12. November vergangenen Jahres offiziell zu missbilligen. Vor der Wahl des SPD-Kandidaten für die Landtagswahl im Mai hatte Buderus als Delegierte der SPD Balve öffentlich Partei für die Hemeranerin Inge Blask ergriffen und damit nach Auffassung von Sigrid Schmidt die Chancen des von der Balver SPD favorisierten Jürgen Antoni geschmälert. Tatsächlich war Antoni dann in der anschließenden Abstimmung Blask mit sieben zu elf Stimmen unterlegen.

Eva Buderus sei ihrer Aufgabe, den von Balve favorisierten Jürgen Antoni zu wählen, nicht nachgekommen, argumentierte Sigrid Schmidt. Nach einer lebhaften, teils emotional geführten Diskussion, in der auch die Meinungsfreiheit thematisiert wurde, entschied die Versammlung mehrheitlich, Buderus‘ Verhalten zu missbilligen: Vier Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurden gezählt. Eva Buderus kündigte nach dem Streit an, aus der SPD austreten zu wollen.

Jürgen Antoni, dem das Polizeipräsidium Dortmund nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag nun Arnsberg als Dienstort zugewiesen hat, wird der SPD in Balve wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Er werde seinen Wohnsitz in den Raum Arnsberg verlegen und damit automatisch aus dem SPD-Ortsverein Balve ausscheiden, teilte der SPD-Vorsitzende Cay Schmidt mit.

Doch auch Regularien hatten die Balver Sozialdemokraten am Donnerstagabend abzuwickeln. Dazu gehörten Wahlen. Der Ortsvereinsvorsitzende Cay Schmidt wurde bei einer Enthaltung wieder ins Amt gewählt. Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden Anna Schwabe als stellvertretende Vorsitzende und Kassierer Bernd Zielhofer. Neu im Vorstand ist Michael Kather als Beisitzer.

„Nutzen wir die wahlkampffreie Zeit, um uns breiter aufzustellen, und auch dadurch neue Mitglieder zu gewinnen“, blickte Cay Schmidt nach seiner Wiederwahl nach vorne. Personellen Zuwachs könnte die SPD in Balve in der Tat gut gebrauchen. Nur noch 33 Mitglieder zählt der Ortsverein, so dass inzwischen besonders die Mandatsträger mit ihren Abgaben für das Plus in der Kasse sorgen. Hier werde sich der Verlust von zwei Mandaten bei der letzten Kommunalwahl allerdings auch niederschlagen, so dass neue Einsparungsmöglichkeiten gesucht werden müssen, so Kassierer Bernd Zielhofer.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar "Über das Ziel hinaus"!

Im Bericht aus dem Kreistag stellte die Kreistagsabgeordnete Erika Ellenbeck eine Bilanz ihrer ersten acht Monate vor, die von Beschlüssen und Beratungen in Zeiten fast leerer Kassen geprägt war. Nach der Sommerpause finde die interfraktionelle Beratung über das Haushaltssicherungskonzept statt. Noch nichts beschlossen sei über den Kinder- und Jugendförderplan, dessen finanzielle Ausstattung auch Auswirkung auf Balve habe. ▪ JK

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