Streit um drei Meter Höhe im Rat

Im Rat wurde am Mittwoch heftig diskutiert.

BALVE ▪ Um drei Meter stritten sich gestern die Mitglieder des Rates. Sie waren zur Sitzung im Rathaus zusammen gekommen. Bis zum Tagesordnungspunkt Zwölf waren sich die Ratsherren und -frauen einig. Doch als es um die Befreiung von der Höhenfestsetzung des Bebauungsplanes Nummer 39 „Erweiterung Braukessiepen“ ging entfachten Diskussionen.

Die Firma AZE-Leichtmetallräder plant im Gewerbegebiet Braukessiepen die Errichtung einer neuen Lagerhalle. Diese soll 18 Meter hoch werden. Laut Bebauungsplan ist hier jedoch eine maximale Höhe von 15 Metern erlaubt. Bürgermeister Hubertus Mühling stellte den Mitgliedern die genauen Pläne des zuständigen Architekten vor: „Die Investoren haben zugesagt, sich im Falle einer Zusage genau an diese Vorlage zuhalten. Insbesondere was die Optik betreffe.“ Zudem würde die Halle massiv ins Erdreich gebaut. Dennoch gab es Kritik: „Ich weiß nicht warum wir überhaupt einen Bebauungsplan haben. Der ist gerade einmal ein halbes Jahr alt und wird bereits jetzt, bei der ersten Anfrage, gekippt“, monierte Thomas Busche, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der UWG. So eine Aktion sei für ihn ein Vertrauensbruch am Bürger. „Also für mich ist die Argumentation schlüssig. Es geht hier nicht darum den Bebauungsplan zu ändern, sondern um eine Ausnahme“, argumentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Wortmann. Heinrich Stüeken (UWG) sieht das anders, für ihn würde mit einer solchen Ausnahme ein Präzedenzfall geschaffen. „Das ist definitiv ein Einzelfall“, betonte Mühling. Auch die SPD zeigte sich offen: „Die Firma liegt im mittleren Bereich des Gewerbegebietes. Würde jemand an der Straße ein 15 Meter hohes Gebäude errichten würde dies sogar noch viel höher wirken als der 18 Meter hohe Bau in der Senke“, appellierte der SPD-Vorsitzende Cay Schmidt an die Ratsmitglieder. Am Ende war der Entschluss eindeutig: SPD und CDU stimmten dem Beschlussvorschlag zu. Die UWG stimmte dagegen.

Lydia Machelett

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