„Stoppt Mobbing“: TV-Star Carsten Stahl spricht vor Realschülern

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Mit der Initiative „Camp Stahl“ sorgt Carsten Stahl dafür, dass Kinder und Jugendliche über Gewalt und Mobbing aufgeklärt werden. Deshalb war der Promi jetzt auch zu Gast an der Balver Realschule.

Balve - Carsten Stahl, 45, macht Eindruck auf der Bühne in der Realschul-Aula. Seine Tätowierungen an Hals und Unterarmen ziehen die Blicke der Realschüler an. Seine kraftvolle Stimme tut ein Übriges, dass die Aufmerksamkeit nicht abschweift. Und diese ist ihm wichtig, will er doch eine Botschaft vermitteln.

Diese Botschaft trägt er auch auf seinem Pullover und sie prägt sich dem Betrachter deshalb ebenfalls ein, wenn Stahl ihm immer wieder den Rücken zuwendet: „Stoppt Mobbing“. 

Mit dem Besuch Stahls in der Städtischen Realschule Balve wurden am Montag die Schüler der 5. bis 9. Klassen (der Abschlussjahrgang bereitete sich auf die Zentralen Abschlussprüfungen vor) von Schulleiterin Nina Fröhling überrascht. 

Privatdetektiv und Personenschützer

Carsten Stahl kannten viele Mädchen und Jungen bereits aus dem Fernsehen. „Privatdetektive im Einsatz“, eine Doku-Serie, hat er mitgestaltet – außerdem war er Chef in der kriminellen Berliner Szene, aber auch Kampfsportler und Personenschützer. Vor allem aber war er Mobbing-Opfer, ebenso sein Sohn. Und diese Seite kannten viele der Schüler, die vor ihm saßen, nicht. Sie schauten zu dem mittlerweile starken Mann auf, der ihnen schonungslos seinen Weg vom Opfer zum Täter darstellte. 

Dabei ging es Stahl nicht um Selbstdarstellung, sondern vielmehr um Aufklärung. Seit 2014 sorgt er mit seiner Initiative „Camp Stahl“ dafür, dass Kinder und Jugendliche über Gewalt und Mobbing aufgeklärt werden. „Mobbing ist an jeder Schule ein Thema“, nimmt Nina Fröhling auch Balve nicht aus. Dabei würde sich das Lehrerkollegium sehr bemühen, die Symptome schon früh zu erkennen. Da passte es gut ins Konzept, dass Carsten Stahl zugesagt hat: „Er erreicht die Schüler auf der emotionalen Ebene“. 

Schüler hören fassungslos zu

Fassungslos hörten die Mädchen und Jungen zu, die sich eben noch ausschütteten vor Lachen, als die Fünftklässler – und nur diese – Schimpfwörter nannten. Schnell füllte sich eine ganze Seite auf dem Flipchart; Hakan, ein Achtklässler, kam kaum mit dem Schreiben nach. Dann, am Ende dieser Mitmachaktion, bei der es laut zuging im Publikum, brachte Hakan diese auf den Punkt: „Ich find‘s traurig.“ 

Beifall gab es dafür von Carsten Stahl, der danach nicht mehr zu halten war. „An jeder Schule das Gleiche“, sei dieses von ihm beobachtete Phänomen, dass diese teilweise übelsten Beschimpfungen die jüngsten von den älteren Mitschülern lernen würden. „Warum ist es cool und stark, solche Dinge zu sagen?“, fragte er sein junges Publikum. Es könne und solle nicht Ziel sein, seine Mitmenschen derart zu verletzen. 

So still sei es selten bei einem Vortrag gewesen, berichtete Schulleiterin Nina Fröhling. Ob und wie sich aber die Realschüler diese Inhalte zu Herzen nehmen, das wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

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