Stolperstein für den Balver Juden David Bondy

Hier, vor dem Haus in der Hauptstraße 37, wo einst der Jude David Bondy lebte, wird der Stolperstein verlegt.

BALVE ▪ Im Archiv der Stadt, der Kirche und der Schützenbruderschaft haben die Schüler der Klasse 10A2 der Hauptschule Balve seit September geforscht. Immer auf der Suche nach Juden, die während der NS-Herrschaft in Balve verschleppt und umgebracht wurden. Auf Grundlage ihrer Ergebnisse wird am Mittwoch, 7. Dezember, ein Stolperstein in der Hauptstraße 37 verlegt, dem einstigen Wohnort des Balver Juden David Bondy .

Dazu erwarten die 18 Schüler, ihre Lehrerin Angelika Rotermund und Lehramtsanwärter Alexander Beste auch den Künstler Gunter Demnig, Initiator der „Aktion Stolpersteine“, der die Jugendlichen für sein Projekt gewann.

Bei ihrer Recherche fanden die Schüler heraus, dass David Bondy im Jahre 1942 in das jüdische „Altenheim“ nach Unna gebracht, und noch im selben Jahr im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet wurde.

„Es war eine interessante Erfahrung, sich auf die Spurensuche zu machen, und dabei auf ein Schicksal zu stoßen, dass nicht nur in größeren Städten, sondern auch bei uns in Balve stattgefunden hat“, berichteten die Schüler gestern in der Geschichtsstunde. Von einigen jüdischen Opfern seien sie ausgegangen, erklärte Referendar Alexander Beste. „Es hat auch mehrere Juden in Balve gegeben, doch die sind in den 60-er Jahren gestorben, “ fügte er hinzu.

Dass ein Mensch nur weil er Jude war, von den Nationalsozialisten verschleppt wurde und damit einfach aus dem Leben seiner Mitmenschen verschwand und wenig später umgebracht wurde, bewegte die Klasse sehr.

Die Arbeit der Schüler macht es nun möglich, dass Gunter Demnig einen Stolperstein, mit dem er bereits in vielen großen deutschen Städten an das Schicksal der Juden erinnert, auch in Balve verlegt.

Zwölf mal zwölf Zentimeter ist der Messing-Stein groß, der vor dem Haus in der Hauptstraße 37 eingelassen wird und die Erinnerung an den Balver Juden wachhalten soll. Auf dem Stolperstein soll dann in großen Lettern zu lesen sein: „Hier wohnte David Bondy JG. 1868 jüdisches „Altersheim“, ermordet 1942 in Theresienstadt“.

Von Julius Kolossa

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