Von Stilllegung der Strecke ist keine Rede mehr

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Der EFH-Vorsitzende Johannes Schmoll (4. v.l.) zeichnete langjährige Mitglieder aus (v.l.): Hartmut Erkmann, Dieter Müer, Guido Kaiser, Heinz Schocke, Günther Prasse, Klaus Krekeler. ▪

HÖNNETAL ▪ Die in den 80er und 90er Jahren mehrfach diskutierte Stilllegung der Hönnetalbahn ist längst kein Thema mehr. Diese positive Einschätzung sorgte bei der Jahreshauptversammlung der Eisenbahnfreunde Hönnetal am Freitagabend für zufriedene Gesichter.

Der 1. Vorsitzende des Fördervereins der Hönnetalbahn, Johannes Schmoll, ehrte zu Beginn diejenigen Mitglieder, die seit 25 Jahren Mitglied bei den Eisenbahnfreunden sind. Persönlich konnte folgende Jubilare begrüßen: das Ehrenmitglied Klaus Krekeler (Menden), den 2. Vorsitzenden Guido Kaiser (Neuenrade), Günther Prasse (Fröndenberg), Dieter Müer (Balve), Hartmut Erkmann (Neuenrade) und Heinz Schocke (Menden). Verhindert waren die Vereinsjubilare Gisela van der Grinten (Balve), Falko Prünte (Lienen), Hendrika Busch (Balve), Ulf Allhoff-Cramer (Detmold), Klaus Dransfeld (Münster), Alfons Tolle (Balve) und Heinz Hecking (Menden).

Johannes Schmoll ließ danach das Vereinsjahr 2010 nochmals Revue passieren. Einleitend stufte er das Vereinsjahr hinsichtlich der wiederum zahlreichen Aktivitäten der unterschiedlichsten Art als „gewöhnlich“ ein. Sehr schöne Eisenbahnreisen habe der Verein in seinem Jubiläumsjahr (1985 war der Fördervereins der Hönnetalbahn gegründet worden) unternommen. Drei Mehrtagesfahrten, wie immer hervorragend von den Vereinsmitgliedern Uwe Richter und Andreas Brinkmann organisiert, führten nach Stralsund, zum Genfer See und nach Freiburg. Der Dampfzug mit der 01 1060 zur Mosel sei ein besonderer Höhepunkt gewesen – „und das nicht nur wegen des 4:0-Sieges gegen Argentinien im Fußball-WM-Viertelfinale am gleichen Tag“, so Johannes Schmoll. Die Fahrten mit dem historischen roten Schienenbus fanden wieder großen Anklang weit über die Vereinsmitglieder hinaus. Als „sehr gelungen“ bezeichnete Johannes Schmoll die 25-Jahr-Feier des Vereins im September in Garbeck.

Der Verein hat sich 2010 außerdem am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligt, der unter dem Motto Transport und Verkehr stand. Mittelpunkt war der Bahnhof Binolen, aber auch der historische Schienenbus war an dem Tag als „rollendes Denkmal“ im Hönnetal unterwegs.

Im verkehrspolitischen Bereich wurden unter anderem Gespräche mit den Bürgermeistern der Städte entlang Hönnetalbahn beziehungsweise mit dem Zweckverband in Unna geführt. Der Oesetalbahnverein, der sich für den Erhalt der Bahnstrecke nach Hemer einsetzt, bekam durch die Eisenbahnfreunde Unterstützung bei den Sonderfahrten.

Der 2.Vorsitzende Guido Kaiser informierte über die aktuelle Lage der Eisenbahn im heimischen Raum. In Bezug auf die Hönnetalbahn hatte er zu berichten, dass der Kreuzungsbahnhof Binolen elektrische Weichenheizungen für die beiden Weichen erhalten habe. Diese hätten in diesem Winter bereits bewährt. Die Hönnetalbahn und die anderen Bahnen des Sauerlandes seien im Vergleich zum Fernverkehr der Bahn, aber auch zum Nahverkehr zum Beispiel im Ruhrgebiet, trotz extremen Winterwetters in aller Regel pünktlich verkehrt.

Beim Ausblick auf 2011 betonte Johannes Schmoll, dass die Reisendenzahlen der Hönnetalbahn in der Woche auf mehr als 1000 Fahrgäste pro Tag gestiegen seinen: „Kein Mensch redet mehr von Stilllegung“, stellte Schmoll fest. Dennoch wünschen sich die Eisenbahnfreunde noch immer Verbesserungen, beispielsweise bei den Zuganschlüssen in Unna, die man in der Regel einfach nur als schlecht bezeichnen könne, so Schmoll. Er regte eine Spätverbindung nach Neuenrade an, da der letzte Zug zu früh fahre. Diese Verbindung könne alternativ sogar ein Bus sein, ersatzweise für die eine Busverbindung am Nachmittag parallel zur Hönnetalbahn.

Eine Verbesserung für die Bahnhöfe Balve und Neuenrade stellen die elektronischen Fahrgastinformationen dar, die die Reisenden über Störungen im Zugverkehr der Hönnetalbahn bereits jetzt unterrichten. Wunschdenken ist derzeit dagegen noch eine durchgehende Zugverbindung nach Dortmund.

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