1000 katholische und evangelische Christen bei Sternwallfahrt

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Die Wallfahrer zogen Pfingstmontag in eine Halle der Firma Balver Zinn ein und feierten einen ökumenischen Gottesdienst.

Balve - Etwa 1000 katholische und evangelische Christen aus Balve und Neuenrade kamen am Pfingstmontag zur ersten ökumenischen Sternwallfahrt unter dem Motto: „Gottes Geist eint“ zusammen. Ein „unübersehbares Zeichen der Zusammengehörigkeit“ sei damit gesetzt worden, betonte Pastor Jürgen Bischoff angesichts der vielen Menschen, aber auch unter dem Aspekt, dass sich Kirche ändern darf und muss.

Auf den Punkt gebracht wurde der Sternwallfahrtsgedanke von Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg von der Evangelische Kirchengemeinde Neuenrade. In seiner Predigt sprach er davon, dass nach 500 Jahren Missverständnissen zwischen Katholiken und Protestanten nun beide Konfessionen friedlich nebeneinander säßen. In der Vergangenheit seien Kirchen wegen Marienbildern zerstört und bis vor 70 Jahren andersgläubige Christen geschlagen und enterbt worden. „Dass wir zusammen sind, ist ein Geschenk des Himmels“, sagte der Geistliche dazu. Dazu gehöre auch, dass die Familie Jost dieser Wallfahrt ein Dach gebe; die Eigentümer der Firma Balver Zinn stellten dieses Mal wieder ihr Gelände zur Verfügung. Nach diesem Dank ließ Pfarrer Kuhlo-Schöneberg besorgte Worte folgen.

Er berichtete von seiner Arbeit in Neuenrade und Werdohl, zu der er sagte: „Wir stehen in einer Zeit, in der die Kirche an Einfluss verliert.“ In den beiden von ihm früher und heute betreuten Städten seien die Muslime in der Überzahl. Schulgottesdienste in christlicher Form seien nicht mehr möglich. Ursache des Rückgangs der Anzahl von Christen war für ihn die vor 40 Jahren zugelassene Abtreibung, deren Folgen die heutige Generation bezahlen müsse. Weniger Christen wegen Abtreibung „Kinder sind ein Geschenk Gottes“, betonte er. Und doch – die von ihm abgegebene Zukunftsprognose bleibt schlecht, und dies auch mit Blick auf die immer geringer werdende Zahl an Pfarrern. „Die Situation in unserem Land ändert sich“, ergänzte er.

Ökumenische Sternwallfahrt in Balve

Die Entwicklung der Aktien in den Abendnachrichten sei wichtig, nicht aber das Wort Gottes. Vor Ort zeige sich in den Kirchen bei den Gottesdiensten und beim Auftreten der Christen: „Der gelebte Glaube ist nicht mehr sichtbar.“ Mut zum Bekenntnis machte Pfarrer Kuhlo-Schöneberg mit Weintrauben. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“, stellte er dabei einen Bibelspruch als Beispiel dafür dar, dass das Christentum als Ernte wieder reiche Frucht bringe, die vielen Menschen schmecken soll. Pfarrer Andreas Schulte für den Pastoralverbund Balve-Hönnetal entließ die Menschen nach dem Segen mit dem Wunsch: „Gehen wir hin und bringen wir Frieden.“

Doch zunächst einmal blieben viele nach dem Gottesdienst beisammen, um sich untereinander auszutauschen. Diese Art der Begegnung beider Konfessionen aus den beiden Städten war bisher einmalig.

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