Hönnetal „ungeeignet

Steinbrucherweiterung: Naturhistorischer Verein kritisiert CDU-Ratsherrn

Die im Steinbruch eingesetzten Fahrzeuge sind gigantisch groß.
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Die im Steinbruch eingesetzten Fahrzeuge sind gigantisch groß.

Der Vorsitzende vom Naturhistorischen Verein Hönnetal (NHV), Andreas Kolarik, nimmt Stellung zu den Äußerungen vom Eisborner Ratsherrn Jens Timmermann (CDU). Dieser stellte in der vergangenen Woche im Gespräch seine Meinung zur geplanten Steinbrucherweiterung von Lhoist um 16 Hektar mit unserer Zeitung als positiven Effekt dar.

Eisborn – Abgebaut wird nach den neuesten Planungen in Richtung Asbeck und auf einem kleinen Teil vom Erholungs- und Wohngebiet „Beil.“

Timmermann hätte eigentlich zufrieden sein können mit dem, was in den vergangenen zwei Jahren erreicht wurde. Doch er war es nicht, denn da gibt es noch die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung (BGS) „mit ihrer nur auf jahrelange Auseinandersetzung ausgelegten Politik“. Diese gefährde mit ihrer Konfrontationshaltung den sozialen Frieden in Eisborn.

Dem hält Andreas Kolarik entgegen: „Gefährdet es den sozialen Frieden nicht viel mehr, wenn man hier eine wachsweiche Strategie fährt? Was versprechen Sie sich denn von einem fortgesetzten Kalkabbau für Eisborn, ganz konkret? Sie kalkulieren ja jetzt schon ein, dass Lhoist mit den 16 Hektar gar nicht auskommt. Selbst die Stadt Balve hat gefordert, dass die Erweiterungsfläche auf die bereits dargestellten BSAB zurückgenommen wird und einen ‘Gesamtentwicklungsplan’ des Betreibers gefordert. Das kann doch nur heißen: Ein Plan, der nicht nur für ein paar Jahre oder Jahrzehnte verbindlich ist.“

Der im Jahr 2018 gegründete Naturhistorische Verein macht sich von Anfang an für den Erhalt des Hönnetals stark, und damit auch für die kurzfristige Beendigung des Kalkabbaus im Hönnetal. Mit der eingeschlagenen Richtung des Eisborner CDU-Politikers ist der Vereins-Vorsitzende Andreas Kolarik nicht einverstanden: „Wir würden uns sehr wünschen, dass die Politik endlich erkennt, dass dieser Weg äußerst kurzsichtig ist. Die Zeit der brutalen Ausbeutung des Hönnetals ist abgelaufen.“

Kalkabbau im Hönnetal nehme diesem Tal die Zukunft, verbunden mit einer massiven Umwelt- und Klimaschädigung. „Dafür gibt es überhaupt keine Rechtfertigung. Das Hönnetal ist für weitere Abbaupläne schlicht ungeeignet. Das Arbeitsplatz-Argument ist abwegig: Nach dem Abbau sind alle Arbeitsplätze weg, und die Landschaft ist auch unwiederbringlich zerstört.“

In den Stellungnahmen der Stadt Balve und der CDU Balve werde der Erhalt des Beils und des Klärteichs K6 sowie die Ausweisung als Naturschutzgebiet ausdrücklich begrüßt. Begrenzt werden soll der Abbau auf die bisherigen Flächen, denn den Menschen soll „mindestens genauso hoher Stellenwert eingeräumt werden, wie Flora und Fauna“.

Der Grund dafür sei: Die Auswirkungen auf die Menschen wurden im Regionalplanentwurf nicht ausreichend berücksichtigt (Lärm, Staub, Stress und so weiter). Die CDU fordere sogar Abstände von mindestens 1000 Meter. „Mit der völlig plausiblen Begründung, dass die Belastungen durch Steinbrüche weitaus höher sind als durch Windkraftanlagen.“

Kolarik wendet sich direkt an Jens Timmermann: „Eigentlich sollte man meinen, Sie begrüßen die klare Linie der BGS. Die hat ja wirklich Erfolg gebracht, zumindest einen Teilerfolg. Müsste man in Eisborn nicht stolz darauf sein, was die BGS für Eisborn erreicht hat? Wieso nennen Sie das eine ‘riesige Katastrophe’?

Kolarik: „Man muss einem Konzern wie Lhoist nicht erklären, dass der Erwerb von Grundstücken noch nicht zur Nutzung ihrer Bodenschätze berechtigt. Das ist nun wirklich Geschäftsrisiko, und wurde von Lhoist natürlich einkalkuliert.“

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