„Zerstörung des Hönnetals“ droht

Steinbrucherweiterung im Hönnetal: Verein macht mobil gegen die Planungen

Der Lhoist-Steinbruch im Hönnetal soll ab 2023 um rund 80 Hektar erweitert werden.
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Der Lhoist-Steinbruch im Hönnetal soll ab 2023 erweitert werden.

Der Naturhistorische Verein Hönnetal (NHV) spricht sich gegen die neue Planung zur Erweiterung des Steinbruchs der Firma Lhoist im Hönnetal aus.

Bekanntlich hatte der Arnsberger Regionalrat zwar entschieden, dass der Kalksteinbruch ab 2023 nicht mehr in Richtung Beil mit seinen Biotopen erweitert werden darf. Dafür hätte Lhoist nun aber die Möglichkeit, den Steinbruch nach Süden um mehr als 40 Hektar in Richtung „Horst“ voranzutreiben und darf zudem den Beckumer Steinbruch Busche nach Norden in das Beckumer Feld erweitern.

„Die naturhistorisch so bedeutende Kulturlandschaft des Hönnetals darf nicht zu einem Muster fehlgeleiteter Industrieentwicklung werden“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Kolarik. „Mit dem bereits vor mehr als 100 Jahren zur Rohstoffgewinnung abgebauten Neandertal bei Düsseldorf habe NRW bereits ein solches Negativbeispiel. „Der NHV will sich damit aber nicht abfinden, sich vielmehr diesen kurzsichtigen Planungen entgegenstellen“ , sagt Kolarik.

Verkehrslösungen sollen erarbeitet werden

So möchte der Verein erreichen, dass Konzepte mit langfristig sinnvoller Perspektive für die Region erarbeitet werden: „Gemeinsam mit engagierten Verbänden und weitsichtig denkenden Bürgern.“ Es gehe um Verkehrslösungen für das Hönnetal, weil am geplanten Standort des Beckumer Steinbruchs keine Produktionsanlagen vorhanden sind, so dass das gesamte Material zukünftig mit Lastwagen durch das Hönnetal zum Kalkwerk in Rödinghausen transportiert werden müsste. Dazu der NHV: „Dies stellt eine erhebliche Mehrbelastung für Mensch und Natur dar. Auch die Ortschaft Volkringhausen wäre hiervon voll betroffen.“

Andreas Kolarik ist der Vorsitzende des Naturhistorischen Vereins Hönnetal.

Weitere Prioritäten würden beim Thema „Beendigung des Kalkabbaus“, was vom NHV gefordert wird, gesetzt. Begründet wird dies mit massiven Eingriffen in die Landschaft, Zerstörung einer Kulturlandschaft durch Sprengungen, nachhaltigen Auswirkungen auf Trinkwasserquellen und Belastungen für Eisborn und Beckum.

Verein peilt konstruktive Beteiligung an

„Wir wollen die vorgesehene Offenlegung und Bürgerbeteiligung konstruktiv angehen“, sagt Andreas Kolarik. „Unsere Erwartungen sind aber realistisch. Der Besuch von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Lhoist-Werk im Hönnetal im September habe anschaulich gezeigt, „wohin die Reise geht“. Laumann hatte damals gesagt, der Rohstoff Kalk werde weiterhin gebraucht, weshalb er die Planungen zur Erweiterung des Steinbruchs unterstütze.

„Der Regierungsbezirk Arnsberg setzt der Zerstörung des Hönnetals, anders als vor 100 Jahren, nichts entgegen. Er treibt sie vielmehr aktiv voran, im Schulterschluss mit dem Land NRW“, so Kolarik abschließend.

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