Laumann besucht Lhoist-Werk

Steinbrucherweiterung im Hönnetal: Arbeitsminister bezieht Position

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Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (Vierter von links) schaute sich die Lehrwerkstatt im Lhoist-Werk an. Bei diesem Besuch äußerte sich der Minister auch sehr deutlich zur geplanten Steinbrucherweiterung.

Hönnetal – „Die Landesregierung steht der Steinbrucherweiterung optimistisch gegenüber.“ Von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gibt es Unterstützung für die geplante Erweiterung des Kalksteinbruchs Hönnetal um 79 Hektar in Richtung Eisborn.

Der Minister schaute sich am Mittwochnachmittag die Ausbildungswerkstatt des Lhoist-Werkes Hönnetal an und äußerte sich bei diesem Besuch auch zum in der Region umstrittenen Erweiterungsvorhaben des Konzerns. 

„Die Abgrabungen an dieser Stelle sind ohne diese Erweiterung sonst nur noch 14 Jahre möglich“, sagte Laumann. Dieser Standort aber bedürfe der Absicherung für die Zukunft, um Berufe und damit auch Heimat für die Menschen zu gewährleisten. „Diese Abgrabe-Genehmigung geht nicht konfliktfrei vonstatten“, wusste er um die Belange der Anwohner und die Proteste der Bürgerinitiative gegen die Erweiterung. „Wir brauchen aber diesen hier gewonnen Rohstoff für Düngekalk, und um unsere Häuser zu bauen.“ Hierzu gehöre die Nutzung von Liegestätten. Sollte dieses aus welchen Gründen auch immer nicht möglich sein, erfolge der Abbau in anderen Regionen. Laumann: „Abgebaut werden aber muss der Kalk.“ 

Renaturierungsmaßnahmen geplant

Die Vorbehalte der Anwohner bezüglich der Naturzerstörung speziell im Bereich Beil möchte er mit einhergehenden Renaturierungsmaßnahmen zerstreuen: „An solchen Stellen bildet sich erfahrungsgemäß nach 20 Jahren eine größere Artenvielfalt als vorher.“ 

Die Steinbrucherweiterung war als Thema beim Besuch des Arbeitsministers im Hönnetal gar nicht vorgesehen. Eigentlich sollte nur über die beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten im zweitgrößten Kalkwerk von Lhoist-Germany informiert werden. Aber schon bei der Begrüßung ging der Mendener CDU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Arlt auf diese „aktuell prekäre Frage“ ein. „Unser Kalkwerk soll eine Zukunft durch die Erweiterung haben, denn es werden damit nicht nur diese Arbeitsplätze, sondern auch die in anderen Betrieben gesichert“, sagte er. Vor der Stichwahl in Menden am Sonntag um das Bürgermeisteramt war Arlt Teilnehmer dieser Informationsveranstaltung mit Thomas Perterer, Vizepräsident Operations bei Lhoist-Germany, Werkleiter Dr. Zacharias Grote, Markus Kordes (Betriebsratsvorsitzender), dem CDU-Landtagsabgeordneten und Landratskandidaten Marco Voge sowie einer Delegation der CDU Menden. 

Standort mit 125-jähriger Geschichte

Thomas Perterer ging auf die 125-jährige Geschichte des Standorts im Hönnetal ein sowie auf das Unternehmen, das von zwei Familien geführt werde. „Wir haben unseren lokalen Sinn und den Familiensinn nicht verloren“, sagte er. Im weiteren Verlauf der Diskussion ging er auf die Abhängigkeit von der Ressource Kalkstein ein: „Wenn wir keinen langfristigen Zugriff auf diesen Rohstoff haben, fehlt uns die Planungssicherheit. Damit fallen dann auch Arbeitsplätze weg.“ 

Die Redaktion fragte nach dem Stand der Gespräche mit den Eisbornern und der Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung. Pressesprecher Christian Zöller wies darauf hin, dass keine neuen Termine anberaumt worden seien. „Wir sind aber nach wie vor gesprächsbereit“, so Zöller.

Mehr zur geplanten Steinbrucherweiterung und zum Widerstand aus der Bevölkerung lesen Sie hier.

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