Viele offene Fragen

Steinbrucherweiterung: Beckum wartet auf Antworten

Der Steinbruch in Beckum soll erweitert werden. So steht es im neuen Regionalplanentwurf.
+
Der Steinbruch in Beckum soll erweitert werden. So steht es im neuen Regionalplanentwurf.

Komplett überrascht wurde Beckums Ortsvorsteher Georg Wortmann (CDU) nicht von dem überarbeiteten Regionalplanentwurf, den die Mitglieder des Regionalrates in ihrer Sitzung Mitte Dezember als weitere Grundlage zur Überarbeitung des Regionalplans einstimmig verabschiedeten.

Dieser Entwurf sieht vor, dass die ab 2023 durch das Unternehmen Lhoist vorgesehene Steinbrucherweiterung im Hönnetal um etwa 80 Hektar anstelle des „Beils“ in Eisborn nun als einen Teilbereich auch den Steinbruch in Beckum mit Ausweitung in das Beckumer Feld vorsieht.

„Früher oder später musste in diesem Steinbruch wieder etwas passieren, das war uns allen klar“, schildert der Ortsvorsteher im Gespräch mit der Redaktion. „Darüber hinaus hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren viele Flächen im Beckumer Feld aufgekauft.“

Bereits jetzt Reserveflächen in Beckum ausgewiesen

Bereits im momentan noch gültigen Regionalplan seien Reserveflächen im Beckumer Steinbruch für eine Erweiterung ausgewiesen. Dass nach den neuen Plänen jetzt mehr Ruhe in Eisborn nach fast zweijähriger intensiver und teils heftiger Diskussion mit daraus einhergehender Bildung einer Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung nun Ruhe einkehren soll, das nimmt Wortmann zur Kenntnis: „Auf den ersten Blick wäre Eisborn naheliegender gewesen.“

Jetzt sieht er sich in der Pflicht, sein Dorf auf dem Laufenden zu halten. Dafür stünde die CDU in Beckum im Austausch mit der Eisborner Ortsvorsteherin Pia Spiekermann und Ratsmitglied Jens Timmermann. „Wir sind dabei, uns ein Bild zu machen, werden die Beckumer dann informieren.“ Wortmann sieht aber auch Lhoist in der Verantwortung. Bisher hat sich das Unternehmen noch nicht im Detail zum neuen Planentwurf geäußert. Auf Anfrage der Redaktion hieß es im Dezember lediglich: „Den Beschluss des Regionalrates zum Entwurf des neuen Regionalplanes nehmen wir zur Kenntnis. Zur langfristigen Sicherung unseres Standortes Hönnetal werden wir uns nun weiter einbringen, um im Dialog mit allen Beteiligten einen tragfähigen Konsens zu erzielen.“

Wie argumentiert Lhoist?

Auch Wortmann möchte gerne wissen, mit welchen konkreteren Aussagen Lhoist denn argumentiert, und dies auch zur eventuell einhergehenden Logistik für die Steinbrucherweiterung. So sind am Beckumer Steinbruch keine Produktionsanlagen vorhanden, sodass das gesamte dort abgebaut Kalkmaterial mit Lastwagen durch das Hönnetal zum Kalkwerk in Oberrödinghausen transportiert werden müsste. Georg Wortmann hat dazu noch einige unbeantwortete Fragen: „Wie sollen die ganzen Anlagen nach Beckum kommen? Wie viele Lastwagen fahren dann täglich durch unser Dorf?“

Offen lässt Wortmann, ob aus Beckum Einwendungen gegen den Regionalplanentwurf erhoben werden. Dies ist im Rahmen der Offenlegung des neuen Planentwurfs bis Ende Juni möglich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare