Unternehmen möchte Runden Tisch

Steinbrucherweiterung: „Lügentaktik“ nur ein "Missverständnis"?

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Hier soll im Fall der Steinbrucherweiterung die große Halde entstehen: Werkleiter Dr. Zacharias Grote zeigt den Standort auf einem Luftbild.

Hönnetal/Eisborn – „Wir sollten uns zusammensetzen, um sachlich miteinander über die Erweiterung des Steinbruchs zu reden“, sagt Dr. Zacharias Grote.

Der Leiter des Lhoist-Werkes Hönnetal versucht mit diesen Worten sicherlich auch verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, nachdem sein Unternehmen in der Diskussion um die geplante Steinbrucherweiterung (86 Hektar) zuletzt massiv von den Verantwortlichen der Initiative „Bürger gegen die Erweiterung des Steinbruchs Eisborn/Asbeck“ (BGS) und auch von Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) kritisiert worden war. 

Nachdem Lhoist auf Anfrage der Initiative detaillierte Pläne zunächst zurückgehalten hatte, stellt Grote im Gespräch mit der Redaktion nun fest: „Es wird übereinander geredet.“ Der Werkleiter schlägt deshalb einen Runden Tisch vor, um alle Positionen und Haltungen zu diesem Thema bündeln zu können. Ein solches Treffen hatte ein Unternehmenssprecher bereits im September 2019 erstmals vorgeschlagen. 

Seit einem Jahr auf Konfrontationskurs

Dass die Dorfbewohner seit etwa einem Jahr auf Konfrontationskurs seien, nachdem Lhoist zunächst nichts Konkretes zu den Planungen hatte sagen wollen, ist für Grote sogar in gewisser Weise verständlich. Die „Lügentaktik“, die Lhoist zuletzt bei einer Versammlung in Eisborn vorgeworfen wurde, weist er allerdings zurück. Vielmehr sei dies ein „Missverständnis“ gewesen. Das Angebot, mit allen Beteiligten ins Gespräch kommen zu wollen, bestünde weiterhin. 

Die Bürgerinitiative könne sich diesem Dialog auf Dauer nicht verweigern, meinte der Werkleiter. „Wir haben nichts zu verbergen“, betonte er. So sei der Bürgerinitiative der Ordner mit den Ergebnissen des sogenannten Scoping-Termins, bei dem vor bereits mehr als einem Jahr über die Umweltverträglichkeit des Ausbauvorhabens beraten wurde, ausgehändigt worden. 

Erste Entwurfsplanung wird vorgelegt

Zum weiteren Vorgehen sagte Grote, dass der Bezirksregierung Arnsberg im Herbst eine erste Entwurfsplanung der Steinbrucherweiterung vorgelegt werden soll. Gutachten über Staub- und Lärmbelastungen, Erschütterungen, Wasserverträglichkeit, Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie Standsicherheit würden bereits erstellt. Das Aneco-Institut für Arbeitsschutz aus Mönchengladbach nehme bereits Messungen über Grob- und Feinstaubbelastungen vor. 

Beim Grobstaub werde der Grenzwert von 0,35 Gramm pro Quadratmeter am Tag mit 0,1 Gramm unterschritten, beim Feinstaub sei dieses bei den Richtwerten für Arsen, Cadmium, Nickel, Blei und Thallium ebenfalls der Fall. „Dass die Stadt Balve ein externes Institut mit ebensolchen Messungen beauftragt, ist begrüßenswert“, kommentierte Grote den Beschluss der Lokalpolitik aus der Dezember-Ratssitzung. 

Nicht auf die Stadt angewiesen?

Auf dem geplanten Erweiterungsgebiet befinden sich zwei Wege mit insgesamt etwa 5000 Quadratmetern, die der Stadt Balve gehören. „Wir hätten diese Flächen gerne“, sagte Grote. Der Werkleiter ergänzt allerdings: „Die Erweiterung wäre aber auch anders möglich.“ Über den Verkauf muss ebenfalls der Stadtrat entscheiden.

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