Bürgerinitiative kämpft weiter

Steinbrucherweiterung: Gegner hoffen auf den Regionalrat

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Der Lhoist-Steinbruch bei Eisborn soll um bis zu 86 Hektar erweitert werden.

Eisborn – „Wir sehen weiterhin unsere Chancen, gegen die Erweiterung des Steinbruchs anzukommen“, sagt Hans-Dieter Kolossa. Er ist Schriftführer der Initiative „Bürger gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS Eisborn).

Das Unternehm Lhoist möchte am Standort Hönnetal sein Areal um 86 Hektar vergrößern. 

Positiv sieht Kolossa einen jüngst vorgelegten Entwurf zum neuen Landesentwicklungsplan, der vorsieht, bei der Erweiterung von Steinbrüchen nicht mehr als zehn Hektar Wald fällen zu lassen. „Noch steht nicht fest, ob zehn Hektar nur einmal, oder aber eventuell jedes Jahr geltend gemacht werden können“, schränkt Kolossa allerdings ein. Die Beschlussfassung des Regionalrates darüber findet am 2. Juli statt. 

Müssen Teilflächen geschützt werden?

Erfreulich seien zudem die Fachbeiträge vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), in denen die vorgesehenen Erweiterungsflächen am Schlammteich (etwa elf Hektar) und die Ostseite des Beils (etwa 24 Hektar) als Naturschutzgebiet-würdig eingestuft wurden. „Sicherung über Festsetzung oder vertragliche Vereinbarung“, heißt es zu dem jeweiligen Schutzstatus. 

Mehr zur Auseinandersetzung um die geplante Steinbrucherweiterung lesen Sie hier.

Der Bürgerinitiative mit ihren knapp 450 Mitgliedern wurde inzwischen die Gemeinnützigkeit zugesprochen. Dies stärke die Position der Initiative nochmals, hoffen zumindest die Verantwortlichen. „Die Eintragung ins Vereinsregister ist ebenfalls vorbereitet, verzögert sich durch die Corona-Krise jedoch auf unbestimmte Zeit“, gab der Vorsitzende Michael Hirt in einer Mitteilung bekannt. 

Arbeiten sollen 2023 beginnen

Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren wird in Eisborn über die Pläne der Lhoist-Gruppe diskutiert, die Abbaufläche des Kalk-Steinbruchs ab dem Jahr 2023 in die Breite und die Tiefe zu erweitern (wie berichteten). Mit dieser Maßnahme möchte das Unternehmen laut eigener Aussage den Standort Hönnetal für weitere 30 Jahre sichern. 

Vor einem Jahr wurde die BGS Eisborn gegründet, die damals mit 216 Mitgliedern startete. Vorsitzender ist seitdem Michael Hirt, 2. Vorsitzender Joachim Voss. Der Vorstand war auch bei einem sogenannten Bürgerdialog dabei. Dieser fand Mitte März unter der Leitung eines Mediators mit der BGS und Unternehmensverantwortlichen statt. Über die Ergebnisse drang nichts an die Öffentlichkeit. Die Eisborner wollten die Inhalte intern besprechen. Dabei soll es nach wie vor bleiben. „Zum weiteren Vorgehen der Eisborner und zum von Lhoist geplanten Runden Tisch äußern wir uns nicht“, sagt Hans-Dieter Kolossa. 

Bevölkerung soll geschützt werden

Nach wie vor würden das weitere Vorgehen des Unternehmens und auch die Arbeiten im Steinbruch kritisch betrachtet. Aktuell seien nach Sprengungen wieder mehr Staubwolken beobachtet worden, die durch das Dorf ziehen. „Es gilt, die Bevölkerung zu schützen“, so Kolossa.

Für Lhoist stehe nach wie vor im Mittelpunkt, eine gemeinsame Kompromisslinie zu finden. Dies teilte Christian Zöller, Leiter Politik & Bürgerdialog, auf Anfrage mit: „Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit der BGS Eisborn nehmen wir zur Kenntnis. Entscheidend für uns ist, dass wir gemeinsam mit Anwohnern und Nachbarn eine Lösung anstreben, die die Interessen aller angemessen berücksichtigt.“ Der geplante Runde Tisch bietet hierfür ein geeignetes Forum, um sachlich und auf Augenhöhe alle Aspekte des Erweiterungsvorhabens diskutieren zu können. Auch die Einschätzung des Lanuv zu den geplanten Erweiterungsflächen sei dem Unternehmen bekannt. Konkret dazu äußern wollte sich Zöller nicht, schließlich befinde sich der gesamte Prozess noch vor dem Genehmigungsverfahren.

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