Ein Besuch vor Ort 

Steinbrucherweiterung: So laufen die Probebohrungen

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Geologe Philipp Meissner zeigt den Bohrkern einer der Probebohrungen. Die Kerne gehen ins Labor, wo die Qualität des Kalksteins analysiert wird.

Asbeck - Der Bohrer arbeitet sich langsam durch die Gesteinsschichten auf dem Lhoist-Gelände am Steinbruch Asbeck. Seit einer Woche finden dort an der ersten von vier Stellen die Probebohrungen statt, mit denen das Unternehmen vor der geplanten Steinbrucherweiterung Erkenntnisse über die Qualität des in den dortigen Tiefen liegenden Kalksteins erhalten möchte.

Unsere Redaktion war mit Dr. Zacharias Grote, Leiter des Lhoist-Werks im Hönnetal, Geologe Philipp Meissner und Christian Zöller, bei Lhoist für den Politik- und Bürgerdialog zuständig, vor Ort. 

„Die Arbeiten laufen ab wie erwartet“, sagte Philipp Meissner zu den bisher erreichten 70 Metern Tiefe. Das Bohrgestänge wird nach und nach verlängert, bis schließlich die gewünschten 200 Meter langen Bohrlöcher erreicht sind. 

Bohrkerne werden analysiert

Während an der Bohrmaschine die international erfahrene Crew die Arbeiten ausführt, erzählt Meissner, das die Bohrkerne im Labor nach DIN-Kriterien auf verschiedene Qualitätsmerkmale untersucht werden. „Eignet sich das Material für den Straßenbau? Oder für Rigipsplatten?“, erklärte er anhand von zwei Bohrkernen beispielhaft. Dr. Zacharias Grote ergänzte: „Diese Proben sind ein gängiger Vorgang zur Erkundung von Lagerstätten.“ Denn im Hönnetal gebe es 24 verschiedene Kalksteinqualitäten. 

Mehr zu der geplanten Erweiterung lesen Sie hier 

Die noch für die nächsten zwei Monate andauernden Bohrungen finden an Stellen statt, die zur geplanten Erweiterungsfläche des Abbaugebiets im Steinbruch Asbeck gehören. Um 86 Hektar in Richtung Beil möchte sich das Unternehmen ausbreiten, um den Standort für weitere 30 Jahre zu sichern. 

Klärteich wird zugeschüttet

Erstmals öffentlich präsentierte das Unternehmen seine Pläne zur Erweiterung im Frühjahr bei einem Bürgerdialog in der Eisborner Schützenhalle. Dabei ging es nicht nur um die Abbaufläche, sondern auch um die Flächen für die Abfuhr der nicht verwertbaren Erd- und Gesteinsmassen. Um diese lagern zu können, soll der heutige Klärteich K6 in der Nähe von Eisborn zugeschüttet und an anderer Stelle neu angelegt werden. 

Probebohrungen im Steinbruch  Asbeck

Versprochen wurde den Eisbornern und Asbeckern, die unmittelbar von der Erweiterung betroffen wären, ein Ausgleich für den Wegfall der Wanderwege auf dem Beil sowie Rücksichtnahme bei den Sprengarbeiten. „Wir bleiben weiter im Dialog“, betonte Dr. Zacharias Grote. 

Widerstand aus der Bevölkerung

Dazu gehöre auch, die Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS) mit einzubinden. Denn gegen das Projekt regt sich in Teilen der Bevölkerung massiver Widerstand. Bei einer Versammlung im Mai mit rund 280 Personen aus den Ortsteilen Eisborn, Asbeck und Böingsen gingen die Verantwortlichen der Bürgerinitiative voll auf Konfrontationskurs. So ist das Ziel der BGS keine Verzögerung der Erweiterung, sondern eine komplette Verhinderung. „Lasst uns zusammen für unsere Heimat kämpfen!“, rief damals Hans-Dieter Kolossa, Schriftführer der Bürgerinitiative, die Bevölkerung auf, sich gegen die Erweiterung zu wehren. 

Wo derzeit auf dem Luftbild noch weitgehend unberührte Natur zu sehen ist, soll demnächst der Steinbruch erweitert werden, wie Werkleiter Dr. Zacharias Grote (links) und Geologe Philipp Meissner erklärten.

Christian Zöller war in dieser Woche bemüht, kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen: „Wir stehen schriftlich in Kontakt mit der Bürgerinitiative, sind dabei, einen Termin für einen Austausch zu koordinieren.“ 

Läuft das gesamte weitere Verfahren so, wie sich es die Lhoist-Verantwortlichen derzeit vorstellen, sollen eventuell 2023 die ersten Erweiterungsarbeiten Richtung Beil beginnen

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