Neuer Regionalplanentwurf

Steinbruch-Streit: Entscheidung ist „eine Klatsche für Lhoist“

Der Lhoist-Steinbruch im Hönnetal soll ab 2023 um rund 80 Hektar erweitert werden.
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Der Lhoist-Steinbruch im Hönnetal soll ab 2023 um rund 80 Hektar erweitert werden.

„Dieser Regionalplanentwurf ist ein voller Erfolg für die Bürgerinitiative, die sich gegen die Steinbrucherweiterung einsetzt“, sagt Lorenz Schnadt, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Balve, im Gespräch mit der Redaktion.

„Die Mitglieder haben durch Widerstand bewegt, dass letztendlich Eisborn nicht von der ab 2023 durch das Unternehmen Lhoist geplanten Steinbrucherweiterung betroffen sein wird – die Bürgerinitiative ist in die Konflikte gegangen und hat diese thematisiert.“

Schnadt, der den Steinbruch-Ärger zum Thema der Kommunalwahl gemacht und im Eisborner Wahlbezirk mehr als 40 Prozent der abgegebenen Stimmen geholt hatte, sagt zum Regionalplanentwurf, den der Regionalrat Arnsberg in der vergangenen Woche verabschiedet hat, weiterhin: „Die Erweiterung in Richtung Beil ist vom Tisch. Das ist eine Klatsche für Lhoist.“ Immerhin seien damit die Planungen von zwei Jahren zunichtegemacht worden. „Jetzt ist alles anders.“

Beckumer Lösung für alle Bürger unproblematisch?

Die nun ins Spiel gebrachte mögliche Erweiterung des ehemalige Steinbruchs Busche in Beckum sei für alle Bürger die unproblematischere Lösung, weil diese vom Dorf weg erfolgen solle. „Interessant wird sein, wie die gesamte Logistik mit Brechern, Förderbändern und Lastwagen bewältigt werden soll.“ Beckum, so Schnadt, sei von allen Alternativen die beste Möglichkeit.

Lorenz Schnadt hat auch eine Meinung zu der laut Regionalplanentwurf möglichen Erweiterung des Steinbruchs am Hönnetal-Werk von mehr als 40 Hektar über die K 29 hinaus in den Bereich Horst hinein: „Die ist für Lhoist 100 Mal anspruchsvoller.“ Immerhin gehe es hier darum, die Horster Straße mit in die Planungen einzubinden, aber auch, die Eigentumsfrage mit dem Hof Schulte-Horst abzuklären. Denn dieser Familie gehören die zum neuen Planungsstand gehörenden Grundstücke. Eine Stellungnahme von der Familie Schulte gab es auf Anfrage der Redaktion nicht.

Abstimmung mit dem Bürgerforum

Eisborns neue Ortsvorsteherin Pia Spiekermann und Ratsmitglied Jens Timmermann (beide CDU) äußerten sich auf Anfrage in einer gemeinsamen Mitteilung: „Wir werden jetzt erst einmal die Unterlagen des Regionalrates über den Entwurfsvorschlag einsehen, um uns dann mit dem Eisborner Bürgerforum abzustimmen. Uns beiden ist es wichtig, gemeinsame Lösungen für und mit den Eisbornern zu finden und zu erarbeiten. Wir sehen hier das Bürgerforum als Stimme der Eisborner.“

Die Bürgerinitiative selbst hatte sich nach der Regionalratssitzung übrigens weit weniger zufrieden als Lorenz Schnadt geäußert und sah durch die neuen Erweiterungsoptionen gar „die Existenz von Eisborn gefährdet“. Für den Vorsitzenden Michael Hirt könnten „die schlimmsten Befürchtungen wahr werden“, dass Eisborn rund herum abgetragen werden solle. Deshalb werde sich die Initiative weiterhin gegen die Steinbrucherweiterung einsetzen.

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