Zehn Hektar

Steinbruch-Erweiterung: Calcit-Geschäftsführer stellen die Pläne vor

Calcit-Geschäftsführer Jody Koopmans zeigt die Planung für die Westerweiterung des Steinbruchs Holzen (gelb markiert). Bislang verläuft in diesem Bereich noch die Kreisstraße 29. Diese soll, aus Richtung Eisborn kommend, umgeleitet werden und dann direkt auf die Kreisstraße 26 führen (im Plan unten rechts zu sehen).
+
Calcit-Geschäftsführer Jody Koopmans zeigt die Planung für die Westerweiterung des Steinbruchs Holzen (gelb markiert). Bislang verläuft in diesem Bereich noch die Kreisstraße 29. Diese soll, aus Richtung Eisborn kommend, umgeleitet werden und dann direkt auf die Kreisstraße 26 führen (im Plan unten rechts zu sehen).

Neben den Steinbrucherweiterungsplänen des Kalkproduzenten Lhoist für das Hönnetal-Werk, kündigte Anfang des Monats auch noch das Unternehmen Calcit Edelsplitt an, seinen Steinbruch im Bereich Eisborn/Retringen/Deinstrop erweitern zu wollen.

Seitdem fürchten die Eisborner, ihr Dorf könnte bald von zwei Steinbrüchen in die Zange genommen werden.

Deshalb kündigte die Eisborner Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung (BGS) rasch an, auch gegen diese Erweiterungspläne kämpfen zu wollen. Nach mehrfacher Anfrage der Redaktion, äußern sich nun die Calcit-Verantwortlichen im Gespräch mit der Redaktion und sprechen über das Expansionsvorhaben.

Der Calcit-Steinbruch soll um rund zehn Hektar in westliche Richtung erweitert werden.

Abbaufläche soll um zehn Hektar vergrößert werden

Der an Eisborn angrenzende Steinbruch Deinstrop soll um etwa zehn Hektar vergrößert werden. „Wir müssen erweitern, um die Arbeitsplätze zu sichern und den Standort zu erhalten“, betonen Vater und Sohn Jody und Dooby Koopmans, Geschäftsführer bei Calcit. „Aber wir haben die Erweiterung in Richtung Westen nach Asbeck und damit von Eisborn weg beantragt.“ Die Fläche dafür sei schon im Regionalplan ausgewiesen. Jody Koopmans: „Sie ist seit 2012 ein Bereich für die oberirdische Gewinnung von Bodenschätzen.“ Um auf dieser Fläche aber wirklich abbauen zu dürfen, ist zunächst ein Planfeststellungsverfahren erforderlich. Die Einleitung dieses Verfahrens wurde im Mai beim Hochsauerlandkreis beantragt. „Und auch der Märkische Kreis als Nachbarkreis wird daran beteiligt“, so Jody Koopmans.

Der Steinbruch: 650.000 Tonnen jährlich

Im 35 Hektar großen Steinbruch Asbeck bei Arnsberg-Holzen werden von der Calcit Edelsplitt jährlich 650 000 Tonnen Splitte und Tragschicht-Materialien aus Kalkstein gewonnen. Die Produkte werden im Straßen- und Wasserbau, aber auch in der Asphalt- und Betonindustrie verwendet. Die Geschäftsführung von Calcit Edelsplitt hat seit 1996 die Familie Koopmans aus den Niederlanden.

Kreisstraße 29 müsste verlegt werden

Um auf der Erweiterungsfläche Splitt gewinnen zu können, müsste der Verlauf der Kreisstraße 29 geändert werden. Denn momentan führt diese mitten durch das mögliche neue Abbaugebiet zur L 682. Nach Plänen des Unternehmens soll die Kreisstraße künftig im Bereich Deinstrop oberhalb der Firma Safa nach rechts abknicken, entlang des Calcit-Geländes geführt werden und an einer neu zu schaffenden Kreuzung auf die Kreisstraße 26 treffen. Dort könnten Verkehrsteilnehmer aus Richtung Eisborn kommend, nach rechts Richtung Balve oder nach links Richtung Holzen, Retringen und Asbeck fahren. „Damit würde sich der Weg für die Eisborner sogar um rund 300 Meter verkürzen, wenn sie aus ihrem Dorf in Richtung Retringen wollen“, so Koopmans.

Zudem verspricht Jody Koopmans: „Wir bleiben nach wie vor einen Kilometer von Eisborn weg – wir erweitern uns nicht in Richtung Sportplatz Mailinde.“ Vielmehr lägen die wertvollen Rohstoffe in Richtung Asbeck. „Mit dieser Erweiterung sichern wir den Standort hier für die nächsten 25 Jahre.“ Erforderlich werde die Steinbrucherweiterung, weil der bis 2027 genehmigte Abbau im bestehenden Steinbruch eine deutlich schlechtere Qualität an Material zu Tage bringe als erwartet. Dooby Koopmans: „Wir fördern viel mehr Lehm als wertvollen Kalkstein. Damit reduziert sich der Abbau auf maximal noch zwei Jahre.“

In diese Richtung soll erweitert werden: Jody Koopmans zeigt es an.

Bislang kein Kontakt mit der Bürgerinitiative

Für die Genehmigung der Erweiterungspläne haben die Calcit-Geschäftsführer alles in die Wege geleitet. „Drei Ordner in drei Jahren“, stellt der Junior-Geschäftsführer die Arbeit vor. Über die Pläne würden er und sein Vater auch mit den Bürgern diskutieren. „Wir sind gesprächsbereit“, so Jody Koopmans. Über die Diskussion in Eisborn hat die Familie Koopmans gehört, auch über die Bürgerinitiative. „Aber weder von der einen, noch von der anderen Seite gab es bisher irgendwelche Anfragen an uns.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare