Im Steinbruch in Beckum forschen Experten nach den Spuren urzeitlichen Lebens

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Dr. Achim Schwermann (vorne) leitet die Grabungsstelle im Steinbruch in Beckum seit einem Jahr. In dieser Woche führte er eine Gruppe der Heimwacht Balve über das Gelände. 

Balve - Nur wenige Millimeter groß ist das, was von den Tierarten übrig geblieben ist, die zwischen 130 und 400 Millionen Jahren im heutigen Stadtgebiet von Balve gelebt haben. Seit 2002 forschen Experten des LWL-Museums für Naturkunde nach den Resten des urzeitlichen Lebens an der Grabungsstelle im Steinbruch in Beckum.

Geleitet werden die Grabungen seit einem Jahr von Dr. Achim Schwermann. Dieser informierte 30 Teilnehmer einer von der Heimwacht Balve durchgeführten Veranstaltung am Mittwoch über die Arbeiten. 

Nach einer kurzen geschichtlichen Einordnung wussten alle, dass Balve vor 400 Millionen Jahren südlich des Äquators lag, und die Temperaturen gute Lebensräume für die verschiedensten Tiere ermöglichten, die im Laufe der Zeit eine Entwicklung zu Landlebewesen durchmachten. 

Spurensuche im Millimeter-Maßstab 

Gut für die Wissenschaftler: Die sterblichen Überreste der damaligen Bewohner lagerten sich im Kalk auf dem Meeresboden ab. Jetzt warten sie, gut konserviert aber nur noch winzig klein, auf ihre Entdeckung. 

In Balve sind es die kleinen Dinge, die aus Geröll ausgewaschen und danach ausgesiebt werden. Zehenglieder, Zähne oder Wirbelknochen von Dinosauriern, Eidechsen, Krokodilen, Schildkröten und auch Süßwasser-Haien kommen zu Tage. „Und dies im Millimeter-Maßstab“, sagte Dr. Achim Schwermann, der die Forschungsmethode erläuterte. 

Mehr als 4000 Fundstücke

An einer Fundstelle wird gegraben, die Erde getrocknet, danach mit Wasser aufgequellt und gesiebt. Mehr als 4000 Fundstücke sind auf diese Weise zusammen gekommen, die in Münster weiter erforscht werden. 

Die Besucher bekamen einen genauen Eindruck davon, wie an einer Fundstelle gearbeitet wird. So wird die Erde unter anderem mit Wasser aufgequellt und danach gesiebt.

Den Schwanzwirbel eines Iguanodon (ein Modell steht im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Wocklum), ein Stück eines Schildkrötenpanzers und ein Fragment eines Krokodilschädels stellte der Ausgrabungsleiter als die größten Fundstücke des vergangenen Jahres vor: „Alle sind um die 130 Millionen Jahre alt.“ 

In einer Zeitspanne von 90 Minuten gab er Einblicke in ein Leben weit vor der heutigen Zeit, das die Teilnehmer sehr interessierte. Aus Balve und Neuenrade kamen sie, viele waren zum ersten Mal an dieser Grabungsstätte, die offiziell nicht zugänglich ist.

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