Stadtwerke drehen nicht an der Preisschraube

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Für ihr Trinkwasser zahlen die Balver schon seit 16 Jahren 1,74 Euro pro Kubikmeter. Dabei soll es auch 2011 bleiben.

BALVE ▪ Einstimmig hat der Betriebsausschuss am Donnerstagabend die Wirtschaftspläne der Stadtwerke für das Jahr 2011 verabschiedet und auch dem Rat empfohlen, dem Zahlenwerk zuzustimmen. Die beste Nachricht für die Balver Bevölkerung: Trinkwasserpreis und Kanalgebühren sollen im nächsten Jahr nicht steigen.

Der Entwurf der Gewinn- und Verlustrechnung weist für den Bereich Wasserversorgung mit 60 000 Euro einen geringfügig kleineren Gewinn aus als in diesem Jahr. Im Vermögensplan ist der erste Bauabschnitt der Verlegung der Trinkwasserleitung zur Erweiterung des Gewerbegebietes Braukessiepen mit 120 000 Euro die größte Investition im Jahr 2011. Dahinter folgt mit 85 000 Euro der erste Bauabschnitt der Erneuerung der 1,3 Kilometer langen Trinkwasserleitung zwischen Helle und Beckum. Die vorhandene Leitung ist 65 Jahre alt und soll in zwei Abschnitten 2011 und 2012 erneuert werden.

Den Trinkwasserpreis von 1,74 Euro pro Kubikmeter wollen die Stadtwerke im nächsten Jahr nicht anheben. Damit bleibt er im 17. Jahr hintereinander stabil.

Im Abwasserbereich, wo die Stadtwerke für das Jahr 2011 weder Gewinn, noch Verlust einplanen, wird es ebenfalls keine Preiserhöhung geben. Nach der Anhebung der Kanalgebühr um rund acht Prozent auf 3,23 Euro pro Kubikmeter im vergangenen Jahr ist nun keine weitere Erhöhung vorgesehen. Auch an der Niederschlagswassergebühr von 66 Cent pro Quadratmeter beziehungsweise 76 Euro für versiegelte Flächen bis 150 Quadratmeter wird sich nichts ändern.

Die größte Investition resultiert auch im Abwasserbereich aus der geplanten Erweiterung des Gewerbegebietes Braukessiepen. Für rund 400 000 Euro soll hier im ersten Bauabschnitt das Kanalnetz erweitert werden.

Für den Bauhof kalkulieren die Stadtwerke nach dem voraussichtlich gewinn- und verlustneutralen Jahr 2010 für das nächste Jahr mit einem Gewinn von 11 000 Euro.

Frist läuft ab

Die Stadtwerke haben in diesem Jahr ein neues Verfahren zur Ablesung des Wasserverbrauches eingeführt. Alle Kunden wurden darüber per Post informiert und aufgefordert, den Zählerstand selbst abzulesen. Fast zwei Drittel der insgesamt knapp 3700 Kunden hätten dies bereits erledigt, teilte der stellvertretende Stadtwer-keleiter Hans-Jürgen Karthaus mit. 906 haben demnach ihren Wasserverbrauch persönlich oder telefonisch im Rathaus mitgeteilt, 864 haben ihn über die Internetseite eingegeben und 582 haben ihn per Postkarte übermittelt. Karthaus wies darauf hin, dass die Frist für Verbrauchsmitteilung an diesem Wochenende (27./28. November) verstreicht. Danach müssten die Stadtwerke den Wasserverbrauch schätzen.▪ vg

Zum Beginn des Jahres 2011 werden die drei Bereiche der Stadtwerke zusammen rund 11,84 Millionen Euro Schulden haben. Die Wasserversorgung steht bei den Banken mit insgesamt 5,49 Milllionen Euro in der Kreide, der Abwasserbereich hat 5,98 Millionen Euro Schulden und der Bauhof muss 368 000 Euro zurückzahlen. Im Laufe des Jahres soll der Schuldenstand um insgesamt rund 540 000 Euro auf 11,3 Millionen Euro reduziert werden. Dafür müssen die Stadtwerke insgesamt Zahlungen für Zinsen und Tilgung in Höhe von rund einer Million Euro leisten. Gleichzeitig müssen im nächsten Jahr für Investitionen voraussichtlich 465 000 Euro an neuen Krediten aufgenommen werden. 155 000 Euro benötigt die Wasserversorgung, 220 000 Euro sollen in den Abwasserbereich fließen und 90 000 Euro werden im Bauhof benötigt. ▪ vg

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