Stadtarchiv erhält Geschenke zur Eröffnung

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Erster Stadtarchivar Balves ist Reimund Schulte. Die Geschenke sortierte er sogleich in die Rollregale ein.

BALVE - Die Einweihung des neuen Stadtarchivs nahmen am Mittwoch die Mitglieder des Ausschusses Schule, Kultur, Soziales, Sport mit Bürgermeister Hubertus Mühling vor. In den ehemaligen Räumen der Trafostation stehen jetzt 300 Meter Lagerfläche zur Verfügung. 70 Meter davon sind mit Archivgut belegt, das am 23. Oktober aus Altena geholt wurde. Erforderlich wurde die Einrichtung eines eigenen Archivs, weil der Kreis 2009 den Überlassungsvertrag mit Balve gekündigt hatte.

Erster städtischer Archivbeauftragter ist Reimund Schulte. Im Keller der Realschule hat der Fachbereichsleiter Demografie, Statistik, Wahlen nun auch den Überblick über die Vergangenheit Balves. Mit EDV, Findbüchern und Regalen ist sein Arbeitplatz ausgestattet. „Hier befindet sich ge- und erlebte Geschichte“, sagte er. Nach längerer Suche wurde die Stadt schließlich in der Schule fündig. Unterstützung bekam die Stadt von Dr. Gunnar Teske vom Archivamt Westfalen-Lippe. Er nahm an der Einweihung teil und lobte das Erreichte. Es gelte, sämtliche eingereichte Exponate auf Archivwürdigkeit zu überprüfen. „Der Standort hier ist gut geeignet, dass Archiv und Schule zusammen arbeiten können“, betonte der Fachmann.

Erste Amtshandlung war die Entgegennahme des Archivguts der Garbecker Sänger. Vorsitzender Alexander Schulte und Marcus Eickhoff, zweiter Schriftführer, übergaben mit dem ehemaligen Vorsitzenden und Archivar Günter Tolle eine Chronik der 1860 gegründeten Sangesgemeinschaft. Vorab sind bereits 20 Kartons eingelagert worden, darin viele Dias, Fotos und gerahmte Bilder. Tolle hat Archivar Schulte die Arbeit erleichtert: „Ich habe auch ein Findbuch angelegt.“ Vieles sei schon erfasst, aber noch nicht alles aufgeklärt, so Tolle.

Und von Rudolf Rath, Archivar der Pfarrgemeinde St. Blasius, gab es für das Stadtarchiv Unterlagen vom Rathauskomitee, das vor 60 Jahren versucht hat, das Rathaus mit Vorschlägen zur Verschönerung und Erhaltung zu sichern. „Die Pläne sind seinerzeit verworfen worden“, so Rath. „Aber für die nächsten Generationen kann es interessant sein, einen Blick in diese Unterlagen zu werfen.“ Und auch ein Foto von Alwin Köck wurde übergeben; der vor zehn Jahren in der St.-Johannes-Grundschule in der Klasse seines Enkels Steffen die plattdeutsche Sprache unterrichtete.

Die Ausschussmitglieder nutzten die Möglichkeit, sich einen Überblick in den Rollregalen zu verschaffen. So mancher hätte gerne mehr Zeit gehabt. Geöffnet ist das Archiv der Stadt Balve nach Terminabsprache mit Reimund Schulte, Tel. 0 23 75 /92 61 63.

Von Julius Kolossa

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