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Stadt Balve setzt auf Photovoltaik

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Von: Julius Kolossa

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Montage Montage Photovoltaik auf Dach
Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung sollen in Balve auf allen der 28 städtischen Gebäude installiert werden, die sich dafür eignen. © Marijan Murat/dpa

Die Stadt Balve möchte auf allen dafür geeigneten der insgesamt 28 städtischen Gebäude Photolvoltaikanlagen zur Stromerzeugung installieren. Die ersten Anlagen sollen 2023 aufgestellt werden.

„Dieses Jahr wäre aufgrund der vielen Sonnenstunden ein ideales Jahr zur Förderung von Solarstrom gewesen“, nahm Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) am Dienstagabend während der Sitzung des Ausschusses „Umwelt, Stadtentwicklung, Bau die Sonnenenergie in den Fokus seiner Betrachtungen zum Einsatz erneuerbarer Energien für die Stromerzeugung.

„Im März sind wir mit diesem Thema gestartet, und zwar mit einer Potenzial-Analyse von möglichen 466 600 Kilowattstunden erzeugtem Strom mit Photovoltaikanlagen auf unseren 28 städtischen Gebäuden. Inzwischen wissen wir aber nach vielen weiteren Berechnungen, wie viel Strom wir wirklich erzeugen können: Es sind 1,23 Megawattstunden und damit über 50 Prozent mehr, als vor sechs Monaten errechnet“, erläuterte Mühling den Ausschussmitgliedern.

Auch die Bürger sollen profitieren

Weil in Balve für die städtischen Gebäude jährlich insgesamt rund 300 000 Kilowattstunden an Strom verbraucht würden, solle der überschüssige Strom den Bürgern zur Nutzung angeboten werden. „Denn wir wollen Strom selber produzieren und in Balve auch verbrauchen, dabei den Strom an unsere Einwohner zu günstigeren Tarifen als die Mitanbieter verkaufen“, sagte Mühling.

Fläche genug an den städtischen Gebäuden für Photovoltaikanlagen sei vorhanden, rechnete Mühling anhand der Beispiele Rathaus, Schützenhalle Garbeck und Sonderklassentrakt der Realschule am Krumpaul vor. Und: Mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern dieser Gebäude würde vor Ort jeweils mehr Strom erzeugt als durchschnittlich verbraucht. „In der Realschule werden jährlich 13 000 Kilowattstunden verbraucht, während insgesamt 132 000 Kilowattstunden vom Dach in das Stromnetz eingespeist werden könnten“, so der Bürgermeister.

Eigenverbrauch der 28 Gebäude soll ermittelt werden

Nun gelte es, den Eigenverbrauch für alle 28 städtischen Gebäude zu berechnen. „Kostenintensiv ist die Straßenbeleuchtung mit 270 000 Kilowattstunden jährlich – diese könnten künftig durch Photovoltaik erzeugten Strom gedeckt werden“, sagte das Stadtoberhaupt. Diesen Worten sollen im kommenden Jahr Taten folgen. „Als nächsten Schritt wollen wir 2023 erste Photovoltaikanlagen auf unsere Dächer bringen“, so Mühling. Mathias Jedowski (CDU) beantragte deshalb, 550 000 Euro für diese Arbeiten in den städtischen Haushaltsplan für 2023 einzustellen. Welche städtischen Gebäude zuerst mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, kann die Verwaltung nach eigenem Ermessen festlegen. Diesem Antrag stimmte der Ausschuss einstimmig zu. Zu den möglichen Gesamtkosten, um alle geeigneten städtischen Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten, äußerte sich Bürgermeister Mühling noch nicht.

Einigkeit im Ausschuss herrschte auch zur geplanten Dimmung vieler Straßenlaternen zwischen 22 und 6 Uhr. Bei etwa 70 Prozent aller Laternen im Stadtgebiet besteht technisch die Möglichkeit dazu.

Energie gespart werden soll auch im Schwimmbad, das im öffentlichen Badebetrieb bisher mit 30 Grad Celsius warmem Wasser punkten konnte. Abgesenkt werden soll die Temperatur um zwei auf 28 Grad. Diesem von Mathias Jedowski vorgestelltem Antrag stimmten alle Ausschussmitglieder zu. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Wassertemperatur auf 27 Grad zu reduzieren.

„Interessantes Konzept“ soll vorgestellt werden

Hubertus Mühling: „Ein Grad Celsius macht viel für das subjektive Wohlbefinden aus. Und das ist wichtig beim Reha-Sport.“ Wie groß letztendlich die Energieersparnis im Jahresvergleich sei, diese von Susanne Schnadt (UWG) gestellte Frage, konnte das Stadtoberhaupt nicht beantworten.

Dafür reagierte Mühling auf die von Heinrich Stüeken (UWG) gestellte Anfrage nach der Nutzung von Biogasanlagen zur Energieversorgung: „Diese Anlagen passen neben Wind und Photovoltaik in das neue Energiekonzept, das wir vorstellen werden.“ Es werde ein „sehr interessantes Konzept“.

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