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Stadt schafft Überflutungsflächen

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Von: Julius Kolossa

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Hier soll der Hönne mehr Raum gegeben werden: Bürgermeister Hubertus Mühling (Vierter von links) zeigt Interessierten am Krumpaul eine der künftigen Überschwemmungsflächen entlang des Flusses.
Hier soll der Hönne mehr Raum gegeben werden: Bürgermeister Hubertus Mühling (Vierter von links) zeigt Interessierten am Krumpaul eine der künftigen Überschwemmungsflächen entlang des Flusses. © Kolossa, Julius

60 Haushalte in der Kernstadt, aber auch in Volkringhausen und Langenholthausen waren Mitte Juli vom Jahrhundertunwetter betroffen. Das Hochwasser richtete teilweise verheerende Schäden an.

Damit sich eine solche Katastrophe möglichst nicht wiederholt, bereitet die Verwaltung Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes vor. Erste Vorhaben präsentierten die Verantwortlichen nach der Sitzung des Umweltausschusses im September jetzt im Rahmen der Veranstaltung „CDU vor Ort“ erneut der Öffentlichkeit.

Bei der Infoveranstaltung am Schulzentrum Krumpaul stellte Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) eine hier geplante Maßnahme vor, bei der auf 500 Metern der Hönne bis zur Brücke an der Firma Pickhardt und Gerlach mehr Platz gegeben und der bisher recht gradlinige Verlauf mäandrierender werden soll. Die Planungen laufen laut Mühling bereits seit drei Jahren, nun lägen endlich alle erforderlichen Genehmigungen vor. Es sei damit viel Zeit vergangen, gab der Bürgermeister zu. Doch Einfluss auf eine Beschleunigung des Verfahrens habe Balve nicht.

Arbeiten sollen 2022 beginnen

„Vor einigen Jahren haben wir an dieser Stelle bereits den Kanal für den neuen Hönne-Verlauf verlegt. Jetzt sind wir so weit, dass die Arbeiten für die Schaffung dieses Retentionsraums 2022 beginnen können“, erklärte das Stadtoberhaupt. Für diese mit etwa 500 000 Euro veranschlagte Maßnahme erhält Balve eine 80-prozentige Förderung von Land, Bund und EU.

„Dies allein aber reicht nicht, um Balve vor dem nächsten Hochwasser zu schützen“, gab Mühling zu. Deshalb wurde im Rathaus mit der Starkregengefahrenkarte des Kreises gearbeitet, in der Überschwemmungsgebiete eingezeichnet sind: „Die hierfür vorgenommenen Berechnungen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten stimmten mit dem überein, was bei uns in Balve Mitte Juli dann auch passiert ist.“ In der Stadtmitte, aber auch im Bereich des Inselwegs in Volkringhausen richtete das Unwetter die größten Schäden an.

In Überschwemmungsgebieten darf nicht gebaut werden

Weil grundsätzlich die gesamte Kernstadt ein Hochwasser-Risikogebiet sei, dürfe in gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten auch nicht gebaut werden, erläuterte Mühling. Hier solle dem Wasser Raum gegen werden. „Jeder Kubikmeter mehr Raum ist ein Zentimeter weniger an Wasser, das in die Gebäude eindringen kann“, stellte Mühling fest. Im Bereich Krumpaul soll dies so sein, an drei weiteren Stellen im Stadtgebiet ebenfalls: in der Helle, vor der Kläranlage in Balve, und an der Gransauer Mühle. „Die ersten Entwürfe dazu sollen 2022 vorliegen, sodass wir in etwa fünf Jahren mit den Realisierungen beginnen können“, gab Mühling den Zeitplan vor.

Er wies darauf hin, dass die Stadt bei ihren Planungen auf die Grundstückseigentümer angewiesen sei, denn nicht alle Retentionsflächen befinden sich in städtischer Hand. Alle infrage kommenden Grundstücke würden nur für die Grasnutzung verwendet, so Mühling. „Verkauf oder Pacht“, seien erforderlich, um im Sinne aller Balver handeln zu können.

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