Küster an Weihnachten: „Immer im Einsatz“

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Die Aufgaben von Küster Franz-Josef Fongern sind vielfältig. So bereitet der unter anderem die Texte für die Lesungen im Gottesdienst vor.

Balve - In der St.-Blasius-Kirche kennt Franz-Josef Fongern jeden Winkel – seit 18 Jahren ist er Küster im größten Gotteshaus des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal. Bereut hat er keinen einzigen Tag. Auch, dass er über Weihnachten wieder einmal arbeiten musste, stört den 68-Jährigen nicht. Ganz im Gegenteil.

„Ich bin von diesem Dienst überzeugt“, sagte er am Weihnachtswochenende, als er die Kerzen am Adventskranz ansteckte und sich dafür mächtig strecken musste. „Andere sind etwas größer als ich“, lachte er. Wenig später brannten aber doch alle Kerzen und Fongern erklärte zufrieden: „Dieser Adventskranz ist einfach schön.“ 

Damit der Kranz und der gesamte Altarraum zur Geltung kommen und vor allem die Gläubigen nicht im Dunkeln sitzen, macht der Küster das Licht an in der Kirche. Mit einem Schalterdruck ist es allerdings nicht getan. So gibt es in der Sakristei ein großes Tableau mit vielen knöpfen, von denen jeder seine Bedeutung hat. Franz-Josef Fongern kennt jeden einzelnen davon: „Das ist schon eine Wissenschaft für sich.“ 

Wenn die Kirche für den jeweiligen Anlass richtig ausgeleuchtet ist, muss der Küster den Altar für die heilige Messe vorbereiten. Alle liturgischen Gefäße werden an ihren Platz gestellt, auch das Lektionar und Evangeliar für Lesung und Evangelium liegen für Lektor und Priester bereit. Der Küster legt dabei das Leseband auf die Texte, die gelesen werden. Wieder zurück in der Sakristei müssen die Gewänder ausgelegt werden. „Es ist immer derselbe Ablauf“, weiß der erfahrene Küster. „Aber es ist so schön, dass es so vielfältig ist.“ 

Vieles kann er regeln, aber nicht alles. Fongern erinnert sich an die Christmesse 2015, die ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: „Gegen Ende der Messe ging plötzlich das Licht in der ganzen Kirche aus.“ Doch schnell brachte ein Elektriker, der die Messe mitgefeiert hatte, wieder Licht ins Dunkel. „Die Hauptsicherung war herausgeflogen“, erinnerte sich Franz-Josef Fongern. Sonst aber blieb die Pfarrkirche an Weihnachten von größeren Katastrophen verschont. 

Für den Küster sind das Glockengeläut in der Gesang in der Kirche das Besondere an jedem Weihnachtsfest, das er jeweils in der Sakristei als der Kontrollstelle mitfeiert. Dass Fongern schon so lange Küster ist, habe er Pfarrer Dr. Richter zu verdanken, dessen Aufruf er in der Frühmesse am 1. Dezember 2000 folgte. Seitdem gehört Franz-Josef Fongern mit zum Teamum Maria Badura und Anita Weins. „Als Küster ist man immer im Einsatz“, freut er sich, nach seiner Tätigkeit im Katasteramt des Märkischen Kreises einen neuen Wirkungskreis gefunden zu haben, der ihn voll ausfüllt. 

Dass dabei vor allem der Heilige Abend stets ein langer Tag ist, gehört für ihn dazu: „Ich fange um 13 Uhr an, um die Kirche vorzubereiten für das Krippenspiel und danach für das Hochamt. Feierabend habe ich gegen 19 Uhr, wenn wieder alles an seinem Platz in der Sakristei liegt, alle Lichter aus und alle Türen verschlossen sind.“ Den ersten Weihnachtstag hatte er frei, gestern stand dann wieder Dienst rund um das Hochamt in der Kirche auf dem Plan. „Ich bin gerne Küster“, sagt er dennoch zu seinem Amt.

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