CDU bleibt stärkste Kraft, aber:

SPD in Balve auch ohne Wahlkampf der eigentliche Gewinner

Das Haus Mines in Balve (Foto links) war erstmals Wahllokal. Aber auch in den anderen Wahllokalen der Hönnestadt (Foto rechts in Beckum) hatten die Helfer gut zu tun. Viele Balver wollten ihre Stimme abgeben.
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Das Haus Mines in Balve (Foto links) war erstmals Wahllokal. Aber auch in den anderen Wahllokalen der Hönnestadt (Foto rechts in Beckum) hatten die Helfer gut zu tun. Viele Balver wollten ihre Stimme abgeben.

Die CDU bleibt in Balve mit 35,6 Prozent der Stimmen zwar klar stärkste Kraft, musste gegenüber der Kommunalwahl 2020, als es noch zur absoluten Mehrheit gereicht hatte, und der Bundestagswahl 2017 (-8 Prozent) aber massive Verluste hinnehmen.

Als eigentlicher Wahlgewinner darf sich deshalb auch die SPD fühlen, denn den Sozialdemokraten gelang eine faustdicke Überraschung.

Im Wahlbezirk Volkringhausen holte die SPD zum ersten Mal in der Balver Geschichte mehr Zweitstimmen als die CDU (33,53 zu 32,37 Prozent). Und auch in der Kernstadt lag die SPD in einem von drei Wahlbezirken vor den Christdemokraten. „Unglaublich“, sagte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Vogtmann zu diesem Ergebnis.

Ziemiak bei den Erststimmen klar vorne

Für die CDU analysierte am Sonntagabend der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Matthias Streiter das Ergebnis. Die Junge Union sei mit Bundesgeneralsekretär und Direktkandidat Paul Ziemiak kreisweit auf Tour gewesen. Zumindest für Balve habe sich das ausgezahlt. Ziemiak holte 42,5 Prozent der Erststimmen und lag damit letztlich deutlich vor Bettina Lugk von der SPD (25,4 Prozent).

Die Balver CDU sei auch in diesem Wahlkampf sehr präsent auf der Straße gewesen. „Es ist wichtig, hier Flagge zu zeigen“, sagte Streiter, der seine Enttäuschung über das gesamtdeutsche Abschneiden der Christdemokraten aber nicht verbergen konnte: „Vielleicht sollten wir einer Ampelkoalition von SPD, Grünen und FDP zustimmen, so über die Opposition einen guten Neuanfang machen.“

Viele AfD-Wähler im Balver Bezirk 3

Den Tag hatte Streiter als Wahlvorstand im Wahllokal des Bezirks 3 (Balve) verbracht. „Wir haben viele AfD-Wähler“, sagte er. Hier entfielen 51 Stimmen und 12,41 Prozent der Erststimmen und 48 Zweitstimmen (11,74 Prozent) auf die Alternative für Deutschland.

Balves SPD-Chef Thomas Vogtmann wollte noch nichts dazu sagen, wie es jetzt im Bund weitergehen könnte: „Wie sich die Bundespolitik demnächst zeigen wird, das muss jetzt entwickelt werden.“ Mit dem SPD-Abschneiden in Balve aber zeigte sich Vogtmann rundum zufrieden: „Balve hat wie der Bundesdurchschnitt gut abgeschnitten – ein gutes Ergebnis für unsere Stadt.“ Dabei sei aus personellen Gründen gar kein Straßenwahlkampf möglich gewesen. Stattdessen habe er bei zufälligen Begegnungen mit den Bürgern Wert auf „Überzeugungsgespräche“ gelegt. „Ich habe für gute Ergebnisse gekämpft“, so Vogtmann.

Wahlleiter Mühling sehr zufrieden

Für Bürgermeister Hubertus Mühling als Wahlleiter ging eine Wahl zu Ende, der er „professionelle Wahlvorstände und ein gutes Team im Rathaus“ um den Fachbereichsleiter Michael Bathe und den Sachbearbeiter Andreas Weber bescheinigte. „Die Wahl ist organisatorisch gut gelaufen“, so Mühling. Ersatzpersonen für die Wahlvorstände mussten am Sonntag nicht angefordert werden. Sowohl die zehn Wahlbezirke, als auch die fünf Briefwahlbezirke waren von Anfang an voll besetzt.

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