Kaum Fahrgäste

Ab sofort: Bürgerbus-Linie in den Hochsauerlandkreis wird gestrichen

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Dem Balver Bürgerbusverein um Michael Breier (links) fehlen Fahrer.

Balve – Der Bürgerbus Balve hat in der vergangenen Woche wieder Fahrt aufgenommen. Nachdem der Fahrbetrieb seit März coronabedingt eingestellt war, ist der Bus nun wieder unterwegs.

„Mit Maskenpflicht für die Fahrgäste und den Fahrer sowie der Vorschrift, dass der Fahrer nicht aussteigen darf, um den Gästen beim Ein- oder Ausstieg zu helfen“, sagte Michael Breier, Geschäftsführer des Balver Bürgerbusvereins, im Gespräch mit der Redaktion. „Es gibt eine Schutzwand zwischen Fahrer und Fahrgästen. Keine Beschränkung gibt es bei der Zahl der Fahrgäste, diese ist bei acht geblieben.“ 

Mit vier Linien werden die Balver Innenstadt, aber auch Beckum, Langenholthausen, Mellen, Garbeck und Frühlinghausen angeschlossen. Dafür zahlt ein Erwachsener für eine Einzelfahrt 2,10 Euro, ein Kind 1,20 Euro. Für Inhaber der Sparkassen-Card ist die Fahrt kostenlos; ebenso mit der Balve-Card, die zum Stückpreis von 3 Euro verkauft wird. 

Einjährige Testphase endet

Michael Breier hatte aber auch eine schlechte Nachricht. Denn im Bürgerbusverbund Sauerland-Hellweg, dem der Balver Verein angehört, wird nach einjähriger Testphase mit sofortiger Wirkung die Strecke von Hachen über Beckum nach Balve wieder gestrichen. Maximal 25 Fahrgäste hätten innerhalb eines Jahres diese Linie genutzt – viel zu wenig, um kostendeckend zu fahren. Außerdem sei es auf dieser Strecke durch Baustellen immer wieder zu Verspätungen gekommen, so dass die Anschluss-Busse nicht mehr erreicht werden konnten. „Ein Bus wartet maximal sieben Minuten“, betonte der Geschäftsführer. 

Doch auch, wenn Balve auf diesem Weg nicht mehr an den Hochsauerlandkreis angebunden ist, so wird im vierten Quartal 2020 ein neues Angebot in diese Richtung gemacht. „Von Amecke über Langenholthausen nach Neuenrade soll nachmittags gefahren werden“, wies Breier auf diese neue Linie hin, deren Fahrzeiten noch bekannt gegeben werden. „Auch hier gilt wieder die einjährige Testphase.“ 

Busse fahren jeweils rund 250.000 Kilometer

In dieser Zeit ist dann auch noch der vor vier Jahren angeschaffte Mercedes-Sprinter im Einsatz. „Wir sortieren unsere Fahrzeuge nach sieben Jahren aus“, sagte Breier. „Dann haben sie jeweils etwa 250 000 Kilometer auf dem Tacho.“ Und für diese Fahrleistung sorgen die zwölf Fahrer, die aus der Stadt Balve und den Dörfern kommen. „In der Schulung befindet sich keiner, und auf zwei verdiente Fahrer müssen wir derzeit verzichten, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören“, betonte Breier. Die Folge: „Uns fehlen massiv Bürgerbusfahrer.“ 

Interessierte müssen mindestens 21 Jahre alt sein, den Führerschein der Klasse B oder 3 besitzen, zudem ein Gesundheitszeugnis vorlegen. Dann erfolgt noch eine Schulung im Sprinter, nach der ein für dieses Fahrzeug gültiger Personenbeförderungsschein ausgegeben wird.

Weitere Informationen finden Interessierte online unter www.buergerbus-balve.de.

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