Skigebiet Wildewiese: Betreiber rüsten auf

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Der erste Schnee in diesem Winter ist in dieser Woche zwar gefallen, um das Skigebiet allerdings präparieren zu können, fehlen noch einige Zentimeter.

Balve - Der erste Schnee dieses Winters in der Hönnestadt ist in dieser Woche gefallen. Im benachbarten Skigebiet Wildewiese fiel der Niederschlag zwar etwas kräftiger aus, die ganze dünne Schneeschicht reicht aber längst nicht aus, um den Liftbetrieb aufzunehmen.

Dennoch stehen die Betreiber Bernd Reinstein aus Garbeck, Markus Busche aus Beckum, Markus Krämer aus Eisborn und Alexander Dirks aus Menden in den Startlöchern.

„Die Vorbereitungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren“, schreiben die Betreiber auf ihrer Internetseite. Wann es losgehen könnte, sei derzeit allerdings noch nicht abzusehen.

Denn Reinstein, Busche, Krämer und Dirks möchten den Ski- und Rodel-Fans in der bevorstehenden Saison wieder möglichst perfekte Pisten bei ähnlich guter oder sogar noch besserer Schneelage anbieten als im Winter 2016/17. „Das wäre ideal“, hofft Dirks auf einen „ordentlichen Winter“. Die Vorbereitungen auf dem 156 Hektar großen Gelände mit vier Skiliften, der Skischule und dem Rodelhang sind weit fortgeschritten.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Gesellschafter der Wildewiese Sport- und Freizeit GmbH größere Investitionen getätigt, um die Pisten pflegen zu können. „Wir haben unter anderem eine Schneefräse angeschafft, um den Schnee vom Randbereich wieder zur Piste bringen zu können“, erinnert sich Alexander Dirks.

Schneekanonen noch nicht im Einsatz

Nachdem das Flutlichtfahren in der vergangenen Saison sehr gut angenommen worden sei, habe sich das Quartett entschlossen, diesen Bereich auszubauen: „Wir bekommen eine große Flutlichtanlage für den Schomberg-Lift. Dann können wir alle großen Lifte bei Dunkelheit laufen lassen, und außer der Waldabfahrt können alle Abfahrten genutzt werden“, berichtet Dirks. Das gesamte Areal werde mit neun Masten versehen, zudem wollen die Betreiber zwei mobile Flutlichtanlagen mieten.

Dagegen werden zumindest in dieser Saison noch keine Schneekanonen zum Einsatz kommen – obwohl viele Skifahrer bereits im vergangnen Winter zwei dieser Geräte am Rande der Piste entdeckt haben. „Deren Anschaffung war nur ein erster kleiner Schritt. Wir müssen die Infrastruktur drumherum nach und nach aufbauen“, erklärt Dirks. Denn auf lange Sicht werde man in den Mittelgebirgen um den Kunstschnee nicht herumkommen. „Aber wenn man es richtig machen will, sprechen wir von einer riesigen Investition“, stellt der Mendener fest.

Um ein Gebiet in der Größe von Wildewiese künstlich zu beschneien, müsse man schon circa sechs Millionen Euro investieren. Dirks erklärt: „Wir benötigen einen Speichersee und unter anderem frostfreie Druckleitungen.“ Denn jede Schneekanone benötige pro Sekunde sechs bis neun Liter Wasser, um eine vernünftige Menge Kunstschnee zu produzieren. „In benachbarten Skigebieten kommt das Wasser für die Kanonen teilweise aus Hydranten. Die Effizienz bei diesem Verfahren ist aber einfach nicht hoch genug“, ist er überzeugt.

Ziel: Beschneiung in zwei Tagen

Denn das Ziel der künstlichen Beschneiung sei nicht nur, die Pistenverhältnisse zu verbessern: „Es geht vor allem darum, eine mögliche Warmfont zu überbrücken.“ Und das könne eben nur mit einem ordentlich präparierten und nicht zu dünnen Pistenbelag gelingen. Dirks erklärt: „Man muss im Prinzip in der Lage sein, das Skigebiet innerhalb von zwei Tagen komplett zu beschneien, um im Laufe der Zeit mit wärmeren Temperaturen umgehen zu können.“

Auf Fördermittel könnten die Betreiber der Lifte auf Wildewiese zudem nicht hoffen. „Das hat etwas mit Klimazonen zu tun. Wir fallen durchs Raster“, erklärt Alexander Dirks.

Dennoch sehen die Männer optimistisch in die Zukunft – und konzentrieren sich zunächst auf die kommenden Wochen und Monate. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Markus Krämer ist für die Unterhaltung der Pisten zuständig, Markus Busche wartet die elektrischen Anlagen, Bernd Reinstein übernimmt die Betriebsorganisation und Alexander Dirks kümmert sich um die Bereiche Verwaltung und Marketing. In ihrer zweiten Wintersaison in Wildewiese wollen sie auf jeden Fall gemeinsam an einem Strang ziehen.

Wintersportfreunde können sich jetzt noch einfacher über den Zustand der Pisten im Skigebiet Wildewiese informieren, denn seit wenigen Tagen gibt es auf der Internetseite www.wildewiese.deeine Webcam, die die Skiabfahrt Sorpelift zeigt. „Seit Mittwoch haben wir im Skigebiet zudem eine eigene Wetterstation, können so künftig in der Rubrik Wetter die Entwicklungen für die nächsten Tage noch besser vorhersagen“, sagt Betreiber Alexander Dirks. Informationen gibt es darüber hinaus auch weiterhin über das Schneetelefon Wildewiese (Tel. 0 23 95 / 4 38).

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