Balver Bauernschaft beklagt die Umstände

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Der Landwirtschaftliche Ortsverband Balve tagte mit dem Vorsitzenden Hubert Sauer (von links) sowie Günter Buttinghofer, Ulrich Brinckmann und Ludwig Krämer vom übergeordneten Landwirtschaftlichen Kreisverband.

Balve - Die Landwirte müssen sich seit Jahresbeginn den Rabattschlachten des Einzelhandels stellen: Die Molkereien streben wieder sinkende Preise bis auf 35 Cent je Liter an, der Schweinepreis liegt zur Zeit bei 1,30 Euro pro Kilogramm. „Das ist stark geschäftsschädigend“, fasste Ulrich Brinckmann, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis, am Mittwoch während der Winterversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Balve zusammen.

Vor den 33 Teilnehmern betonte er, dass dieses Hausieren mit kleinen Preisen die Landwirte auch weiter begleiten werde. Nicht genug, dass diese immer wieder ihre Wirtschaftlichkeit in Frage stellen müssten.

Seit einigen Monaten komme ein Problem durch Tierrechtler dazu, die sich Zutritt in Ställe verschafften und die dort vorgefundenen Zustände im Internet kritisierten. Dafür hatte Ulrich Brinckmann kein Verständnis: „Das ist eindeutig Hausfriedensbruch.“ Inzwischen würde ein Leitfaden erstellt, in dem Handlungsanweisungen für die Bauern nach einem solchen Einbruch zusammen gefasst werden.

Ist der Schaden nach so einem Vorfall noch zu begrenzen, sieht dies bei der drohenden Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest ganz anders aus. Positiv wurde die Aufhebung der Schonzeit für Wildschweine bis zum 31. März gesehen; die Jagd auf diese Tiere als Überträger auf die Hausschweine sei das einzig wirksame Mittel, diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Negativ wurde aber die Aussage von NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze-Föcking aufgenommen, die darauf hingewiesen hat, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, wann die afrikanische Schweinepest in den Ställen angekommen sei. Zu dieser Wortwahl sagte Ulrich Brinckmann: „Das ist eine ganz schlechte Nachricht.“

Und doch will der Kreisverband die neue Landesregierung nicht nur kritisieren. Geschäftsführer Ludwig Krämer wies auf eine verbesserte Zusammenarbeit und bessere Atmosphäre als mit der Vorgänger-Regierung hin. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde über die neue Düngeverordnung auch mit Dirk Voß, Kreislandwirt der Kreisstelle Märkischer Kreis/Ennepe-Ruhr, und Herbert Timmermann, Geschäftsstelle Unna der Landwirtschaftskammer, diskutiert.

Der Vorstand des Ortsverbandes setzt sich nach den Wahlen wie folgt zusammen: Hubert Sauer bleibt Vorsitzender, seine Stellvertreter sind Conrad Albersmeier und Johannes Schwartpaul. Schriftführung und die Finanzen übernimmt weiterhin Martin Schwartpaul-Hermes, Beisitzer sind Clemens Gödde, Alfred Reinken, Reinhard Linsmann, Heribert Bongard, Hubert Cordes und Heiner Lürbke. Vertreter im Milchausschuss ist Frank Hötger, die Interessen der Nebenerwerbslandwirte vertritt Winfried Gerken, die Öffentlichkeitsarbeit wird mit Thomas Fabry verstärkt, und im Kreisverband sitzt für Balve Johannes Vedder-Stute.

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