Sinkende Besucherzahlen an der Luisenhütte

Die Luisenhütte wurde nach der Neueröffnung im Jahr 2006 noch von 13 137 Gästen besucht. -  Foto: Töpel

Wocklum -  An der Luisenhütte – die älteste erhaltene Hochofen-Industrieanlage in Deutschland – führen anscheinend zu viele Wege vorbei. So attraktiv die Immobilie auch in Wocklum erscheinen mag, die Besucherzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Michael Bathe, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, legte gestern dem Süderländer Volksfreund die Zahlen für die Saison 2013, sprich für die Monate Mai bis September vor: 1960 Besucher waren verzeichnet worden. „Weil die Saison jeweils am 31. Oktober endet, liegt mir die Auswertung für diesen Monat noch nicht vor“, so Bathe. Aber ob die Vorjahreszahl von 3800 Gästen erreicht wird, ist mehr als fraglich, denn bisher beträgt die Differenz zu 2012 etwa 1840 Besucher. Viel vorgenommen hatte sich der Förderverein auf seiner Mitgliederversammlung im Februar dieses Jahres, um Werbung in eigener Sache zu machen.

„Diese Zahlen sind der Anlage nicht angemessen“, betonte Hubertus Mühling, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Luisenhütte, auf jener Versammlung. Hier erschienen ihm 3800 Besucher als zu wenig. Er hatte seinerzeit Vergleichszahlen präsentiert: Nach der Neueröffnung im Jahr 2006 waren es 13 137, 2007 noch 5700 Leute, 2008 stieg die Zahl auf 7700, und 2009 fiel sie auf 5000.

Die Stadt Balve weiß zwar um das Potential, um für seinen „Schatz“ zu werben, doch sei es schwierig, die Leute für einen Besuch zu begeistern, stellte Mühling seinerzeit fest. Dieser Trend setzt sich auch 2013 fort, und dies trotz vorgesehener Werbung in den umliegenden Städten, der Bahn und bei Busunternehmen. Manche Besucher finden die Luisenhütte erst nach mehreren Umwegen, wie sie vor Ort erzählten: „Wir haben das Hinweisschild übersehen, und in einer Bäckerei in der Stadt nach dem Weg gefragt.“ Dort wurde dann fachkundig weiter geholfen.

Andere sind erst gar nicht für einen Besuch zu begeistern, wie sich an den vorliegenden Zahlen für 2013 zeigt: Im Juni fanden sich mit 235 Besuchern die wenigsten ein, im August mit 537 die meisten. Nach wie vor ein Thema in Sachen Attraktivitätssteigerung ist beim Förderverein die Umgestaltung des Spielplatzes zu einem Erlebnisspielplatz; finanziert wird diese Maßnahme durch das Projekt „Wasser-Eisen-Land“. Bisher ist allerdings noch nichts an Gestaltungsmaßnahmen geschehen.

Im nächsten Jahr soll im angrenzenden Museum für Vor- und Frühgeschichte zudem ein Raum im Untergeschoss für Veranstaltungen ausgebaut werden, so Michael Bathe.

Von Julius Kolossa

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