Sicher und geborgen im Netz der Gemeinschaft

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Mit bunten Wollfäden spannen die Beckumer in der heiligen Messe zum Auftakt ihres Dorfjubiläums ein Netz der Gemeinschaft. ▪

BECKUM ▪ Gleich zwei Jubiläen hat das Dorf Beckum am vergangenen Wochenende gefeiert: Erstens lieferte der 725-jährige Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsnamens einen Grund für ein großes Fest, zweitens galt es, das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Roussay zu feiern.

Die Dorfgemeinschaft und viele Freunde aus Roussay starteten mit einer heiligen Messe in der Hönnetalhalle in das Festwochenende. Konzelebrant neben Pfarrer Andreas Schulte war Beckums ehemaliger Pastor Karl Kudla, der heute in Dortmund wirkt, aber eigens zum Jubiläum nach Beckum zurückgekehrt war. Pfarrer Schulte warf in seiner Predigt einen genaueren Blick auf das Leben im Dorf, und verglich die bunte und interessante Gemeinschaft mit einem Netz, das den Bewohnern Sicherheit und Geborgenheit gebe. Mit bunten Wollknäueln ließ er die Gemeinde ein solches Netz knüpfen und webte zum Schluss selbst noch einen goldenen Faden ein, der die Verbindung zu Gott symbolisieren sollte. Als Erinnerung an den Gottesdienst, der von den Gästen aus Roussay in französischer Sprache mitgestaltet wurde, durfte schließlich jeder ein Stück des Netzes mit nach Hause nehmen.

In seiner Ansprache ging der Schirmherr des Dorfjubiläums, Landrat Thomas Gemke, sowohl auf das 725-jährige Bestehen Beckums, als auch auf das Partnerschaftsjubiläum ein. Beckum zeichne vor allem sein Gemeinsinn aus, sagte er und nannte Beispiele insbesondere aus dem Vereinsleben. Die Beckumer seien in ihrer langen Geschichte immer bereit gewesen, sich für ihr Dorf einzusetzen. Dieser Gemeinsinn mache auch eine solche Jubiläumsveranstaltung möglich, der ja am Sonntag noch ein große Historischer Markt folgen sollte. Er freue sich aber auch darüber, wie lebendig und vielfältig die Partnerschaft zwischen Beckum und Roussay sei, erklärte Gemke weiter und sprach den beiden Orten, die ihre Partnerschaft „mit Begeisterung und Herz gestaltet“ hätten, ein Kompliment aus.

Anerkennende Worte für die Leistung, die die Beckumer in den zurückliegenden zwei Jahren der Vorbereitung ihres Dorfjubiläums erbracht haben, hatte auch Bürgermeister Hubertus Mühling, der von einem sozialen Netz sprach, das ein Dorf lebens- und liebenswert mache.

Roussays Bürgermeister Jean-Louis Martin legte den Schwerpunkt auf die Partnerschaft zwischen seiner Gemeinde und Beckum, die er mit den Worten „Freundschaft, Aufrichtigkeit, Solidarität und Respekt“ beschrieb. „Das Bemerkenswerte an unserer Partnerschaft ist, dass sich alle Altersklassen daran beteiligen“, so Martin, der auch die Aufgabe für die Zukunft skizzierte: „Unseren Kindern so früh wie möglich zu zeigen, wie angenehm und bereichernd es ist, andere Gegenden, andere Denkweisen und andere Kulturen zu entdecken, ist unerlässlich, um aus ihnen offene, respektvolle und verantwortliche Erwachsene zu machen.“

Anschließend überreichte Roussays Bürgermeister den Beckumern eine eiserne Tafel mit den eingravierten Wappen beider Orte, sowie ein in Roussay hergestelltes Spiel. Das Partnerschaftskomitee aus Roussay hatte ein Glas der Freundschaft mitgebracht, aus dem beide Seiten auf das Fortbestehen der Partnerschaft französischen Sekt tranken. ▪ vg

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