Sensationsfund: Dromaeosaurus lebte in Balve

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Dieser 125 Millionen Jahre alte Zahn eines Sauriers wurde in Balve gefunden. ▪

BALVE ▪ Er gehört zu den Raubsauriern und war bislang nur aus Nordamerika bekannt: der Dromaeosaurus. Paläontologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) stießen im Frühjahr 2010 bei einer Rettungsgrabung, angeführt von dem Saurierexperten Dr. Klaus-Peter Lanser, in einem Steinbruch bei Balve auf den ersten Nachweis, dass es den drei bis vier Meter großen Saurier auch in Westfalen gab. Das Beweisstück: Ein 125 Millionen Jahre alter Zahn.

Lanser hat den Zahn im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation, die in Zusammenarbeit mit der Paläobotanik der Ruhr-Universität Bochum entstand, untersucht. Heraus kam die „wissenschaftliche Sensation“ (Lanser), die das Verbreitungsgebiet des Dromaeosaurus neu definiert.

Den früheren „Besitzer“ des Zahnes konnte der Forscher im LWL-Museum für Naturkunde in Münster durch die spezielle Zahnform und -beschaffenheit eindeutig zuordnen. Die einzelnen Saurierarten weisen ausgeprägte Unterschiede an den Schneidekanten und -flächen ihrer Zähne auf, die ähnlich wie bei einer Messerklinge auf unterschiedlichste Weisen gezackt und gekerbt sein können – und so Rückschlüsse auf die zugehörige Gattung ermöglichen.

Der Raubsaurierzahn aus Balve ist der zweite Zahn eines Dromaeosauriers, der – neben einem Fund in Portugal – in Europa entdeckt wurde. Lanser: „Vielleicht müssen wir nach diesem Fund ganz umdenken. Möglicherweise entstanden die Dromaeosaurier gar nicht wie bislang immer angenommen in Nordamerika, sondern in Europa.“ Dann wäre der Dino also kein Ein- sondern ein Auswanderer.

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