Unfall landet vor dem Amtsgericht

Senior verunglückt mit Elektromobil: Freispruch für Hund und Herrchen

Mit einem kuriosen Unfall musste sich das Amtsgericht in Menden befassen
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Mit einem kuriosen Unfall musste sich das Amtsgericht in Menden befassen

Fakt ist, dass ein 92-Jähriger am Morgen des 20. März 2020 mit seinem Elektromobil im Gebiet Am Wachtloh in Balve vom Weg abgekommen, einige Meter eine Böschung herunter gerutscht und mit dem Fuß unter dem Gefährt eingeklemmt war.

Wie es zu dem Unfall gekommen war, das galt es in dieser Woche im Amtsgericht Menden zu klären.

Auf der Anklagebank musste sich ein 64 Jahre alter Mann aus Balve wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Sein Hund soll den Absturz durch einen Sprung gegen die Lenkung verursacht haben. Der Angeklagte stritt das jedoch vehement ab.

Smalltalk mit dem Senior

Er habe den Mann mit dem Elektromobil schon öfter gesehen. Am besagten Morgen seien sie beim Smalltalk ein Stück nebeneinanderher gegangen beziehungsweise gefahren. Plötzlich sei der Senior mit dem Mobil etwas nach rechts abgedriftet, schneller geworden, vom Weg abgekommen und die Böschung hinab gestürzt. Er habe nur schnell seinen Vierbeiner an einem Pfahl angebunden und sei dem Gestürzten zu Hilfe geeilt. Sein Hund habe jedenfalls nichts mit dem Unfall zu tun. Das Tier sei nicht im geringsten an dem 92-Jährigen oder dessen Gefährt interessiert gewesen.

Das schilderte der Senior allerdings ganz anders. Er gab an, es habe gar kein Gespräch gegeben. Er habe lediglich gesagt: „Ach noch ein Frühaufsteher.“ Plötzlich habe das Tier vor dem Mobil gestanden und ihm einen Schubser gegeben. Daraufhin sei der Lenker umgeschlagen: „Sodass ich quasi in die Böschung katapultiert wurde.“ Unten sei das Gefährt auf ihn gerutscht. „Ich lag in der Böschung kopfüber und war kurz weg.“

Halsband des Hundes losgelassen?

Der 92-jährige war sich sicher, dass der Angeklagte das Halsband des Hundes losgelassen hatte, wodurch das Tier springen konnte. Nach dem Vorfall habe der Angeklagte erst ihn aus der Böschung geholt und dann mittels einer Stahlleine auch das Elektromobil mit aller Kraft hochgezogen.

Sowohl Richter als auch Vertreterin der Staatsanwaltschaft wollten genau wissen, wie das Tier auf das Elektromobil gesprungen war. Plötzlich änderte der Geschädigte seine Aussage dahingehend, dass er nun gar nicht mehr gesehen haben will, wie der Hund gegen sein Gefährt gestoßen war. Er würde das nur vermuten, weil der Hund ja schließlich am Tatort gewesen sei. Am Ende konnte der Richter dem nicht vorbestraften Angeklagten nicht nachweisen, dass dessen Hund tatsächlich für den Sturz gesorgt hatte: „Das lässt sich hier nicht aufklären, sodass der Angeklagte natürlich freizusprechen ist.“

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