Selbsthilfegruppe in Balve gegründet

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Andrea Perkhuhn und Gisela Westermann sind Ansprechpartnerinnen für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe. Campus-Geschäftsführer Ingo Jackschies stellt den Raum zur Verfügung.

Balve - „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als im Dunkeln zu sitzen“ – dieser Ausspruch des chinesischen Philosophen Konfuzius soll das Motto der am Montag gegründeten Selbsthilfegruppe Lungenemphysem-COPD (chronisch obstruktiver Bronchitis) sein.

Von Julius Kolossa

Auf Initiative von Gisela Westermann, selbst an COPD erkrankt, wurde diese Gruppe jetzt als Austauschforum ins Leben gerufen. 14 Frauen und Männer nahmen an der Auftaktveranstaltung im Gesundheitscampus teil.

Weil er an anderer Stelle fest zugesagt hatte, konnte Franz Müntefering – er hatte eine Einladung zur Gründungsversammlung in der Hönnestadt erhalten – nicht teilnehmen. Münterfering hatte aber an die Balver gedacht und einen Brief geschrieben.

„Selbsthilfegruppen sind wichtig, denn sie können für Betroffene eine große Hilfe sein. Es ist gut, dass Sie sich da engagieren. So etwas zu gründen und dann in Gang zu halten, ist oft auch schwierig. Ich will Ihnen ausdrücklich Mut machen“, betonte der Politiker.

Gisela Westermann erklärte, die Selbsthilfegruppe solle von den Interessenten gemeinsam gestaltet werden. Sie und Andrea Perkuhn stünden zwar als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung, doch sollen sich alle am Austausch und Unternehmungen beteiligen. Auf die Bedürfnisse der Gruppe solle bei jedem Treffen eingegangen werden, unterstrich Westermann.

Die Initiatorin hat dieses Austauschforum unter den Dachverband der „Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland“ gestellt. Hier werden Erfahrungswerte, Informationen und Erkenntnisse über COPD, Lungenemphysem, Lungenfibrose, Bronchiektasen und Alpa-1-Antitrypsinmangel bereit gestellt, die dann von der Selbsthilfegruppe abgerufen werden können. Nach Angaben des Dachverbandes seien etwa 6,8 Millionen Menschen in Deutschland an COPD erkrankt; etwa 400 000 Menschen hätten ein Lungenemphysem, davon 8000 einen angehobenen Alpa-1-Antitrypsinmangel, hieß es. Laut den Bekanntmachungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO, World Health Organization) aus dem Jahr 2004 ist die COPD derzeit die vierthäufigste, krankheitsbedingte Todesursache weltweit. Für das Jahr 2020 wird geschätzt, dass sie dann die dritthäufigste Todesursache sein wird.

Gisela Westermann weiß aus eigener Erfahrung: „Man muss mit der Krankheit leben – und mit dem Zustand, dass nicht die Krankheit einen lebt.“ An jedem ersten Montag im Monat ab 19 Uhr findet das Treffen im Gesundheitscampus im Seminarraum 1 im Erdgeschoss statt. Diesen Raum stellt Campus-Geschäftsführer Ingo Jackschies der neu gegründeten Gruppe „SHG Lungenemphysem-COPD Region Sauerland-Balve“ kostenfrei zur Verfügung. Für Interessierte entstünden beim Besuch der Treffen ebenfalls keine Kosten, betont Westermann.

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