Eisborn: Neue Kirche in altem Kirchraum

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Nach der Familienmesse am Sonntag konnten sich die Gemeindemitglieder in der Kirche in Eisborn umsehen, was in einem Jahr Bauarbeiten schon geschaftt wurde. Die Einweihung der alten, neuen Kirche ist für den 4. Advent vorgesehen.

Eisborn – Nach fast einem Jahr Umbauzeit war es am Sonntag wieder voll in der St. Antonius-Kirche. Der Kirchenvorstand hatte nach der Familienmesse eingeladen, die Baustelle zu besichtigen. Noch ist längst nicht alles fertig, und es bedarf viel an Vorstellungsvermögen, sich demnächst die Orgel am bisherigen Altarstandort vorzustellen und den Altar neben der Sakristei.

Aber dafür waren die Mitglieder des Kirchenvorstandes da, um über die seit September 2018 nach und nach entstandenen Baufortschritte zu informieren. Da gibt es den „Raum der Begegnung“, in dem sich die Gemeinde für Versammlungen treffen kann und der alle Aufgaben eines Pfarrheims mit Küche, Garderobe und Toilette erfüllt. Dass dieser Raum auch von den Kirchenbesuchern genutzt werden kann, sieht Pfarrer Andreas Schulte als einen der vielen Pluspunkte des neuen Konzepts.

„Ich bin fasziniert von dem Grundgedanken, den Zustand der alten Kirche wieder herzustellen“, ist er im Gespräch mit unserer Zeitung zufrieden mit der bisherigen Umsetzung. „Hier gibt es demnächst eine neue Kirche in einem alten Kirchenraum.“ Dafür wurde die 1827 gebaute und 1928, 1960/ 61 und 1989 umgebaute beziehungsweise erweiterte Kirche kernsaniert.

„Geplant haben wir dafür seit 2010“, erinnerte sich Martin Danne, Kirchenvorstandsvorsitzender. Doch erst mit dem Verkauf des Pfarrheims kam neuer Schwung in den lang ersehnten Umbau, denn der Erlös muss, so die Vorgabe des Generalvikariats Paderborn, von der Kirchengemeinde reinvestiert werden. „Wir befinden uns im Kostenrahmen von 1,1 Millionen Euro“, fasste Danne zusammen. Dafür wurde das linke Fenster in den Originalzustand versetzt, und das gegenüberliegende Fenster angepasst. Hell ist es geworden im Kirchenraum, in den das Tageslicht fällt. Und groß genug wirkt er auch.

Jens Timmermann, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, weiß aber auch: „Es hat kritische Stimmen gegeben, die nicht mit dem neuen Konzept einverstanden waren.“ Dass diese Kritiker so schnell nicht verstummen werden, ist ihm bewusst. Aber er und seine Vorstandskollegen sehen sich auf dem richtigen Weg, der auch von den inzwischen verstorbenen Eberhard Honert und Hubert Sauer eingeschlagen wurde.

Neben der neuen Öl-Heizung und umfangreichen Boden- und Deckenarbeiten ist der Bau des Gemeinderaums die wesentlichste Neuerung. Verkleidet werden soll dieser mit einer Gitterstruktur aus Holz – Martin Danne stellte diese Maßnahme vor. Zu neuen Ehren soll auch die Taufkapelle wieder kommen, und auch die Empore soll während der Messfeiern wieder von den Besuchern genutzt werden.

Pfarrer Andreas Schulte freut sich mit der Gemeinde auf die Feier am 22. Dezember, dem 4. Advent, wenn um 15 Uhr die Kirche wieder ihrer Bestimmung als Gotteshaus übergeben werden darf. Viel Lob gab es für die Schützen, die ihre Halle während der Umbauzeit für Gottesdienste anboten. Zur neuen alten Kirche mit integriertem Pfarrsaal sagte der Geistliche, dass es vorstellbar sei, dass sich Mitglieder anderer Kirchengemeinden ein Bild davon machen wollen, „wie Kirche in Zukunft funktionieren kann.“

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