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Seit August 2018 schon 300 Beisetzungen: Trostwald im MK wird vergrößert

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Von: Julius Kolossa

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Der Wocklumer Trostwald soll um zwei Hektar in Richtung Orletal erweitert werden. Revierförster Heiner Otto (links) und Jakob Graf von Landsberg-Velen stellten die Planung am Donnerstag vor.
Der Wocklumer Trostwald soll um zwei Hektar in Richtung Orletal erweitert werden. Revierförster Heiner Otto (links) und Jakob Graf von Landsberg-Velen stellten die Planung am Donnerstag vor. © Kolossa, Julius

„Der Sauerländer liebt seine Buche oder seine Eiche.“ Heiner Otto, Revierförster in den Wäldern der Familie von Landsberg-Velen, stellte am Donnerstag die beliebtesten Baumarten im Trostwald in Wocklum vor.

Seit August 2018 sind hier Baumbestattungen als Einzel-Urnengräber, aber auch an Familienbäumen möglich. Nun soll das Areal erweitert werden.

Rund 300 Beerdigungen aller christlichen Konfessionen, aber auch konfessionslose Urnenbeisetzungen haben bisher auf drei Hektar Wald stattgefunden. Wegen dieser großen Nachfrage wird die Trostwaldfläche um zwei auf dann insgesamt fünf Hektar erweitert. „Wir wollen weitere Bäume in allen Preiskategorien vorhalten“, sagte dazu Jakob Graf von Landsberg-Velen. Immerhin gelte es, den Abstand zwischen Urnen und auch Bäumen einzuhalten.

Nachfrage nach Vorsorgeplätzen

„Viele Menschen regeln schon zu Lebzeiten ihre Beerdigung“, so Revierförster Otto. Dabei erfreut sich der Trostwald großer Beliebtheit, denn bisher wurden Menschen aus Balve, aber auch aus Plettenberg, Hemer, Menden, Neheim und auch dem Ruhrgebiet hier beerdigt. Otto: „Die Nachfrage nach Vorsorgeplätzen ist da.“

Revierförster Heiner Otto (links) und Jakob Graf von Landsberg-Velen beim Gang durch das Trostwald-Areal.
Revierförster Heiner Otto (links) und Jakob Graf von Landsberg-Velen beim Gang durch das Trostwald-Areal. © Kolossa, Julius

Um weitere Anfragen bedienen zu können, sei nun eine Erweiterung erforderlich. Jakob Graf von Landsberg-Velen: „Die weitere Waldfläche schließt sich links an Orletal an.“ Und dies mit Blick auf das Schloss und das Reitstadion. 15 Baumarten stehen zur Auswahl. Alle zur Verfügung stehenden Bäume sind mit Nummern gekennzeichnet.

Nicht alle Besucher halten sich an die Regeln

Dass nicht an jedem Baum der Name der beigesetzten Person stehen soll, wird von der Trostwald-Verwaltung berücksichtigt. „Leider halten sich aber nicht alle Besucher an die Regeln, die im Trostwald gelten“, berichtet Jakob Graf von Landsberg-Velen von Erfahrungen, die Förster Otto und er bei Kontrollgängen gemacht hätten. „Immer wieder werden Blumen an Bäumen abgelegt, oder aber es werden Blumen wie Narzissen eingepflanzt.“ Und das ist nicht erlaubt – so steht es in den Vorschriften.

Revierförster Otto: „Die Natur schmückt das Grab selbst.“ Und: „Fremde Blumen, die abgelegt oder gepflanzt werden, enthalten Zusatzstoffe, die nicht für den Wald oder das Wild geeignet sind.“ Jede Woche kommt auf diese Weise immer einiges zusammen, was nicht in einen Trostwald, der natürlich bleiben soll, gehört. „Bei einigen bleibt die Friedhofsmentalität erhalten“, so Graf von Landsberg-Velen.

Insgesamt 50 Hektar genehmigt

Für den Trostwald in Wocklum sind insgesamt 50 Hektar Wald genehmigt worden. Fünf Hektar davon werden nun nach drei Jahren in Anspruch genommen.

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