Seinen Dickkopf will Graf Landsberg-Velen behalten

Zu den Gratulanten zählte auch der erfolgreiche Springreiter Alois Pollmann-Schweckhorst. ▪

WOCKLUM ▪ Eine beachtliche Gratulantenschar hatte sich gestern Nachmittag auf Schloss Wocklum eingefunden, um Dieter Graf Landsberg-Velen zu seinem 85. Geburtstag zu gratulieren. Viele Weggefährten, Vertreter aus Politik, Sport, Vereinen, Kirche und anderen Bereichen waren gekommen, um den Ehrentag mit dem Schlossherrn gemeinsam zu feiern.

Der Springreiter Alois Pollmann-Schweckhorst und der Dressurexperte Ulrich Kasselmann sprachen Graf Landsberg-Velen ebenso ihre Glückwünsche aus wie der ehemalige Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Dr. Hanfried Haring. Senator Dr. Sigurd Pütter und Franz-Josef Lohmann gratulierten als Vertreter der Wirtschafts-Initiative Nordkreis, ebenso Vertreter verschiedener Balver Schützenbruderschaften und der Feuerwehr, der Malteser und beider Balver Kirchengemeinden, aber natürlich auch des Reitervereins Balve, dessen Vorsitzender der Jubilar seit fast 62 Jahren ist.

Hier finden Sie Fotos vom Geburtstags-Empfang:

85. Geburtstag von Dieter Graf Landsberg-Velen

Und unter den Gästen war natürlich auch Balves Bürgermeister Hubertus Mühling. Er bezeichnete Graf Landsberg-Velen als einen „sehr guten Botschafter für die Stadt Balve“, den er als offenen, geradlinigen Menschen kennen gelernt habe. Durch sein vielfältiges Engagement insbesondere im Reitsport, aber auch im Malteser Hilfsdienst, habe er den Namen seiner Heimatstadt in alle Welt getragen. Nicht zuletzt das sei ein Beweggrund für die Stadt gewesen, ihn vor nunmehr zehn Jahren zum Ehrenbürger zu ernennen.

Die Ehrenbürgerschaft ist jedoch eine Auszeichnung, die bei Graf Landsberg-Velen zwiespältige Gefühle auslöst. Nach einem Disput mit dem Stadtrat, in dem es um einen verweigerten Zuschuss für das Wocklumer Dressurstadion ging, hat er sich vor zwei Jahren davon distanziert, wenngleich er formal immer noch Ehrenbürger ist. Und auch gestern zeigte er sich trotz seines Geburtstages in der Sache unversöhnlich – ohne nachkarten zu wollen, wie er betonte. Dennoch ging er auf einen gewissen Widerspruch ein: Die Ehrenbürgerschaft sei der Dank für seinen Einsatz gewesen, der aber nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern möglich gewesen sei, sagte er. Durch die Verweigerung der finanziellen Unterstützung für seinen Verein habe er sich allein gelassen gefühlt. „Da hat man mir praktisch gesagt: Sieh zu, wie Du fertig wirst“, so Graf Landsberg-Velen. Das habe ihn nachdenklich gemacht. Den ihm oft nachgesagten Dickkopf werde er jedoch behalten, versicherte er.

Dickköpfigkeit im positiven Sinne klang auch in seinen weiteren Worten mit, als er über seine Erfolgsrezept sprach, „auch nach Rückschlägen immer wieder neuen Mut zu gewinnen und nach vorne zu schauen, damit es weitergehen kann“. Den unbändigen Gestaltungswillen, das unbedingte Bestreben, ein Ziel zu erreichen, das Dieter Graf Landsberg-Velen über Jahrzehnte an den Tag gelegt hat und dem er seine Erfolge zu verdanken hat, sind ihm auch im Alter von 85 Jahren noch nicht abzusprechen. Und er schien seine Geburtstagsgäste auf diese Lebenshaltung einschwören zu wollen, als er sagte: „Schauen wir gemeinsam in die Zukunft, deren Wirklichkeit wir nicht kennen, aber die wir mit Mut angehen wollen!“ ▪ vg

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