CDU und UWG sehen Balver Schulen in Gefahr

BALVE ▪ Nur mit einem klaren Bekenntnis zur Haupt- und zur Realschule könne Balve Eltern dazu bringen, ihre Kinder auch weiterhin an den Balver Schulen und nicht etwa an der in der Nachbarstadt Neuenrade geplanten Gemeinschaftsschule anzumelden, sagten die Vertreter von CDU und UWG am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses Schule, Kultur, Soziales, Sport. Nur die SPD wollte sich dazu nicht so klar äußern.

Erst vor drei Wochen hatte der Stadtrat in derselben Frage die Auffassung vertreten, jetzt nicht in Aktionismus zu verfallen, sondern die Frage zur Zukunft der beiden Balver Schulen in Ruhe zu erörtern und im Frühjahr über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Am Mittwoch sprachen sich nun CDU und UWG dafür aus, nicht länger abzuwarten, sondern jetzt in die Offensive zu gehen. „Wir müssen jetzt mit unseren Pfunden wuchern, weil sich die Eltern spätestens im Februar entscheiden, welche Schule ihre Kinder besuchen sollen“, mahnte Heinz Rapp (CDU). Ganz ähnlich sah das Heinrich Stüeken (UWG). „Wir müssen den Eltern deutlich machen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind.“

So weit wollte sich die SPD-Fraktion nicht vorwagen. Der Rat habe beschlossen, die Frage ergebnisoffen zu diskutieren, erinnerte Ratsfrau Sigrid Schmidt an den erst drei Wochen alten Beschluss. Jetzt klar Position zu beziehen, bedeute, dass die weitere Diskussion nicht mehr ergebnisoffen geführt werden könne. „Die Qualität der Balver Schulen ist gut. Das heißt aber doch nicht, dass eine andere Schulform unseren Kindern nicht bessere Chancen bieten könnte“, wollte Sigrid Schmidt keine Tür voreilig zuschlagen. Die Vertreter von CDU und UWG befürchteten allerdings, dass eine solchen Haltung die Eltern verunsichern und die Kinder der Neuenrader Gemeinschaftsschule erst recht in die Arme treiben könnte.

Bürgermeister Hubertus Mühling hatte in einem dem Ausschuss vorgelegten Papier die Auffassung vertreten, dass der prognostizierte Wegfall von vier Neuenrader Hauptschülern aktuell keine Gefährdung der Hauptschule bedeute, sie allerdings nur einzügig weitergeführt werden könne. Langfristig sei jedoch mit Problemen zu rechnen, weil dann eine Differenzierung und somit ein ordnungsgemäßes Durchlaufen der Schullaufbahn nicht mehr gewährleistet sei.

Der Ausschuss entschied schließlich gegen die Stimmen der SPD, die Einrichtung der Gemeinschaftsschule in Neuenrade offiziell als Gefährdung für die Haupt- und die Realschule in Balve zu betrachten. Sie hoffen, dass die Arnsberger Bezirksregierung, die die Gemeinschaftsschule genehmigen muss, dies bei ihrer Entscheidung berücksichtigt. ▪ vg

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