Mitgliederschwund bei den Wasserfreunden

Schwimmmeister flog wegen Missbrauchs raus - Schwimmer verlassen Verein, weil Ausbilder fehlt

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Schwimmbretter für die Wasserfreunde: Maria (2.v.l.) und Heinrich Thorwesten (r.) übergeben die Spende an den Vorstand um Kikki Knoop (l.), Sefan Hammecke (3.v.l.), Jens Schlinkmann und Veronika Friedrich.

Balve – Zwölf Rettungsschwimmer gehören nicht mehr zu den Wasserfreunden. Nachdem der frühere Bademeister wegen Kindesmissbrauchs verurteilt und rausgeschmissen worden war, fehlte ihnen ein Ausbilder.

Der demografische Wandel macht sich auch bei den Wasserfreunden in Balve bemerkbar. „Viele Jahre lang hatten wir mehr als 200 Mitglieder, jetzt sind es noch 185“, verdeutlichte Vorsitzende Kikki Knoop bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend. 30 Neuzugängen standen im vergangenen Jahr 38 Austritte gegenüber. 

Ex-Bademeister wegen Missbrauch an Kind verurteilt 

Doch die Abmeldungen hatten nicht nur Altersgründe: Auch zwölf Rettungsschwimmer hatten den Verein komplett verlassen. Sie kehrten dem Verein nach nur einem Jahr Mitgliedschaft den Rücken. „Wir konnten ihnen nicht bieten, was sie wollten“, sagt Kikki Knoop dazu auf Anfrage. 

Ein früherer Ausbilder, der zugleich als Schwimmmeister der Stadt Balve tätig war, war 2018 wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden war. Der 52-Jährige, der nicht mehr in Balve lebt, hatte zugegeben, während des Schwimmtrainings einen zwölfjährigen Jungen missbraucht zu haben. Dafür war er im Juli vergangenen Jahres zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Sein Arbeitsverhältnis mit der Stadt war gekündigt worden. 

Kein neuer Ausbilder

Die Rettungsschwimmer legen Wert darauf, ihre Ausbildung weiterhin fortsetzen zu können: „Sie wollten, dass wir ihnen einen anderen Trainer zur Verfügung stellten. Doch dafür hatten wir einfach keine Kapazitäten mehr“, sagt die Vereinschefin. Obwohl sie noch versucht habe, die Rettungsschwimmer zum Bleiben im Verein zu bewegen, hätten diese es vorgezogen, auszutreten. 

Für die anderen Austritte „gibt es die üblichen Alters- oder Zeitgründe“, sagt Knoop. Einen Zusammenhang mit dem Missbrauch durch den Schwimmmeister stellt sie nicht her. 

Zwei Mädchen, fünf Rekorde

Somit sind es nun noch 110 Aktive, die von vier Trainern angeleitet werden. Der Nachwuchs wird in sechs Gruppen unterrichtet, wobei besonders Lara-Marie Cordes und Lisa Marceron herausragen. Beide stellten fünf neue Vereinsrekorde auf. 

Auch außerhalb ihres Elements sind die Wasserfreunde aktiv und beteiligten sich an der Abnahme des Sportabzeichens. 16 Mitglieder bekommen diese bei der Sportlerehrung am 25. April überreicht. Erfolgreich möchten die Wasserfreunde auch in das neue Jahr starten, das mit dem „Balver Treff“ an diesem Sonntag, 17. Februar, beginnt. 

Die Vereinsmeisterschaften werden im Herbst stattfinden. Ebenso übernehmen die Mitglieder die Bewirtung bei der Offenen Tür an der Luisenhütte am 5. Mai und beim Panoramalauf am Pfingstsamstag. Diese beiden Großveranstaltungen haben sich in der Vergangenheit als gute Einnahmequellen für die Vereinskasse erwiesen. 

Vorschläge für 40-Jahr-feier willkommen

Zudem feiern die Wasserfreunde in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen. Ob bei einer Fahrt, mit einem Grillfest oder einer größeren Feier – wieder der runde Geburtstag gefeiert wird, ist noch unklar. Der Vorstand ist für alle Vorschläge seitens der Mitglieder offen. Weiterhin kein Geschäftsführer Vorsitzende Knoop kann weiterhin auf ein bewährtes Team an ihrer Seite bauen. Sarah Engel (Sportwartin), Jens Schlinkmann (2. Vorsitzender) und Stefan Hammecke (Technischer Leiter) wurden wiedergewählt.

Weiter kein Geschäftsführer 

Allerdings bleibt auch nach den Wahlen 2019 die Position des Geschäftsführers unbesetzt. Seit fünf Jahren soll dieses Amt neu besetzt werden, doch es findet sich kein Kandidat. Obwohl Vorsitzende Knoop immer wieder betont, dass sich der Arbeitsaufwand für diesen Posten in Grenzen halten würde. Positiv hingegen: Der Vorstand musste nicht mit leeren Händen die Versammlung beenden. Maria und Heinrich Thorwesten spendeten, in Vertretung für Sohn Heinrich, den Wasserfreunden 15 Schwimmbretter. Sein Vater sagte: „Mit ihnen soll der Verein Unterstützung fürs Training erhalten.“

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