Missionsschwester wird Fernsehstar

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Vor drei Jahren berichtete Schwester Damian, gebürtig aus Garbeck, zuletzt im Sauerland von ihrer Arbeit in Nairobi. Jetzt wird sie im ZDF porträtiert.

GARBECK - „Maria ist mit ganzem Herzen für die Menschen in Nairobi da“, erzählt ihr Bruder Erwin Boekholt. Die gebürtige Garbeckerin legte mit 18 Jahren ihr Gelübde bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut in Paderborn-Neuenbeken ab. Seitdem ist sie als Schwester Damian tätig.

Über ihre Arbeit wird zur Zeit ein Film gedreht, von dem etwa vier Minuten am 7. Dezember nach 20.15 Uhr im ZDF in der Sendung „Ein Herz für Kinder“ mit Johannes B. Kerner gezeigt werden.

Die inzwischen 69-jährige Schwester Damian freue sich über diese Anerkennung ihrer Arbeit, so Erwin Boekholt: „Sie arbeitet an einem Straßenkinderprojekt, das von Misso unterstützt wird. Diese Hilfsorganisation hat sie auch der Redaktion der Kerner-Sendung vorgeschlagen.“

Es sei ihr erster großer Auftritt im Fernsehen, von dem sie im August erfahren habe. Zwei Wochen lang sei ein Fernsehteam bei ihr vor Ort in Nairobi gewesen. Dort arbeitet sie in einem Slum mit AIDS-Kranken und ermöglicht den Straßenkindern den Schulbesuch. Mehr als 200 Mädchen und Jungen nutzen diese Chance. Außerdem lernen 300 Mädchen in einem Gymnasium mit angeschlossenem Internat. Für alle wurde eine Gesundheitsstation aufgebaut.

Im Januar war Erwin Boekholt wieder einmal bei seiner Schwester zu Besuch: „Es ist eine andere Welt.“ Viel Elend und Armut hätten sie dort gesehen, aber auch die strahlenden Gesichter der Kinder, die lernen dürfen, und sich damit eine bessere Zukunft erschließen wollen. „Ihr nächstes Ziel ist es, Ausbildungsplätze für Jugendliche zu schaffen“, sagt er zu den weiteren Plänen.

Schwester Damian musste ins Ausland: „Der Dienst an der Pforte in Neuenbeken war nichts für sie.“ Nachdem sie viele Jahre in Spanien und Portugal war, ging sie aber zunächst zurück nach Paderborn. Doch dort merkte sie, so ihr Bruder, dass ihr etwas fehle. So ließ sie sich schnell wieder versetzen, und zwar nach Nairobi, wo sie ab 1977 schon einmal für etwa vier Jahre eingesetzt war. Nun ist sie seit dreieinhalb Jahren wieder dort. „Wir skypen sehr häufig“, hält ihr Bruder sie über das Leben im Hönnetal auf dem Laufenden.

Im Sauerland war Schwester Damian zuletzt vor drei Jahren, als sie bei der Kolpingfamilie-Garbeck von ihrer Arbeit berichtete. Im Pastoralverbund Balve-Hönnetal gibt es immer wieder Spendenaktionen für die Unterstützung ihrer Projekte. Doch dass ihr „Herz für Kinder“ einmal sogar dazu führt, dass sie mit Johannes B. Kerner darüber reden kann, damit hätte die rüstige Ordensschwester nicht gerechnet.

Von Julius Kolossa

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