Ein Leben für den Orden

Schwester Damian hat sich viele Jahre für Menschen in Kenia eingesetzt.

Garbeck – „Du bist von Gott gerufen“, hat Schwester Damian in den 50 Jahren ihres Ordensleben erfahren

Mit ihrer Heimatgemeinde Heilige Drei Könige in Garbeck blickte sie am Sonntag auf ihr goldenes Ordensjubiläum bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut zurück. Sie erklärte, was ihre Berufung ausmacht, die sie seit in ihrem zehnten Lebensjahr verspürte und die im Alter von 31 Jahren in Erfüllung ging: „Ich habe Dich ausgewählt, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Mein bist Du.“ Diesen Spruch des Propheten Jesaja hat sich Schwester Damian ausgesucht, als sie sich für immer an ihren Orden band. 

„Das Ordensleben war ein in mir gewachsener Wunsch“, erzählte sie vor der Feierstunde ihres Jubiläums. Religion sei in ihrer Familie gelebt worden, ihr Wunsch, Ordensschwester zu werden, wurden von ihren Eltern mitgetragen. „Meine Familie gab und gibt mir Kraft“, betonte Schwester Damian, die seit Freitag für drei Wochen zu Gast bei ihrem Neffen Thomas Boekholt und dessen Frau Kirsten zu Gast ist. „Es geht mir gut“, sagt die 76-Jährige. „Ich mache hier Urlaub vom Urlaub.“ 

Sie blickt auf ein Leben zurück, das geprägt war von Begegnungen mit vielen Kulturen in Spanien, Portugal und vor allem in Kenia. „All dies hat mich bereichert.“ Dazu komme ein immerwährendes Gottvertrauen, und ein Dank an die Familie und Heimatgemeinde: „Berufung kann nicht alleine gelebt werden, wichtig sind auch viele Freunde.“ Und auf diese konnte sich die Ordensschwestern immer wieder verlassen. „Wenn in Garbeck ein Fest gefeiert wurde, dann brannte bei uns in Kenia eine Kerze“, beschreibt sie diese besondere Verbundenheit.

Das Land Kenia habe sie geprägt. „Von diesen Menschen habe ich das Menschliche gelernt – sie sind ehrlicher als die Menschen hier.“ Dafür hat die Schwester den Kenianern viel gegeben, zum Beispiel eine Grundschule für Straßenkinder und eine Schule für Mädchen. Unter anderem war sie in der Adventszeit 2013 in der Fensehsendung „Ein Herz für Kinder“ zu sehen. „Und das mit 70 Jahren“, denkt sie an ihre Erfahrung zurück. Diese zahlte sich aus – mit mehr als 7000 Euro an Spendengeldern, die für den Bau der Mädchenschule verwendet wurden. 2018 wurde die Schule eingeweiht. „Drei Jahre bis zur Fertigstellung habe ich auf einer Baustelle gelebt und dabei ganz viel Miteinander erlebt.“ 

Auch in Kenia habe die Corona-Pandemie für andauernde Schulschließungen gesorgt, so dass 300 Mädchen in sieben Schulgebäuden t nicht unterrichtet werden könnten. Schwester Damian fasste ihr Leben zusammen in der Sonntagsmesse, die von Pastor Christian Naton zelebriert wurde. Heute lebt sie in Altenbeken, wo sie das Gemeindeleben durch Besuche von alten und kranken Menschen, aber auch mit Wortgottesdiensten bereichert.

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