Schweinepest: Züchter Fabry "beunruhigt" über Entwicklung

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Thomas Fabry in seinem Stall in Langenholthausen, in dem er rund 200 Muttertiere hält.

Balve - In Belgien und in Tschechien ist die Afrikanische Schweinepest bereits registriert worden. Dazwischen liegt Deutschland – bisher noch nicht betroffen von dieser Krankheit, die von Wildschweinen auf Hausschweine übertragen wird, und innerhalb einer Woche bei diesen Tieren zu einem qualvollen Tod führt.

Thomas Fabry, Landwirt und Schweinzüchter aus Langenholthausen, fürchtet jedoch, dass sich dies bald ändern könnte. 

„Ein Wildschwein legt nicht innerhalb von wenigen Wochen hunderte von Kilometern zurück“, sagte der 25-Jährige. „Das ist menschliches Versagen.“ Hier seien fahrlässig Lebensmittel in der Landschaft oder im Müll entsorgt worden, die im Osten mit dem Virus infiziert wurden. Für Wildschweine ein gefundenes Fressen. 

„Jeder sollte sich zudem bewusst sein, dass er das Virus einschleppen kann, wenn er von der Jagd in östlichen Ländern nach Hause fährt“, sieht Fabry eine für ihn unterschätzte Gefahr. Deshalb hat er in diesem Jahr einen 300 Meter langen Zaun vor seinem Hof zum Schutz vor Wildschweinen aufgestellt. 

200 Muttertiere im Stall

Der Zutritt zu seinen 200 Muttertieren und deren Aufzuchten ist nur mit Stallkleidung erlaubt. „Mehr geht nicht an Schutz“, weiß Fabry. Jetzt seien die Behörden in der Pflicht, wenn es zum „Fall X“ komme: „Das muss rationell abgewickelt werden.“ Ein gutes Beispiel dafür sieht er in der kurz vor ihrer Gründung stehenden Tierseuchenvorsorgegesellschaft, die vom Westfälisch Lippischen Landwirtschaftsverband (WLLV) vorbereitet werde. Diesem Verband gehört der Langenholthausener als Sprecher an. 

Er sieht die neue Gesellschaft als den richtigen Weg, um in Absprache mit Veterinären und Landwirten im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben. Oberste Priorität habe dabei die Gesundheit der Tiere durch das Fernhalten der Wildschweine. 

Verfällt Deutschland in Hysterie?

Ob der Verbraucher trotz aller Versicherungen von vielen Seiten, das Virus sei für den Menschen unbedenklich, im Falle eines Ausbruchs in Deutschland nicht doch in Hysterie verfällt, kann Fabry nicht ausschließen. Denn: „Der Markt ist schnell beeinträchtigt.“ Pfoten, Ohren und Schwänze als beliebte Exportartikel müssten im Lande bleiben. Ob dann noch die bislang begehrten Schnitzel, Koteletts, Schinken und Filets gegessen werden, sei ebenso fraglich. „Das Fleisch wäre aber nach wie vor unbedenklich“, so der Landwirt. 

Er betrachtet die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest mit Sorge, seien die im Laufe dieses Jahres zurückgelegten Sprünge doch sehr schnell erfolgt. Der WLLV träge seinen Teil zur Vorbereitung auf einen Krisenfall in der Region bei. „Wichtig ist aber auch, dass sich die Ministerien darauf einstellen, um am Ende keine Überraschung zu erleben.“ Die gesamte Entwicklung sei beunruhigend. „Niemand kann sagen, ob die Schweinepest in einigen Tagen oder Wochen bei uns auftreten wird“, sagt Fabry. 

Den aktuellen Verlauf der Schweinpest zeichnet das Friedrich Löffler Institut auf www.fli.de auf einer Europakarte nach.

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