Schweben unter Wasser

Neulinge brauchen nur Taucherbrille, Schnorchel und Flossen. Den Rest der Ausrüstung stellen die Mammut Drivers zunächst. - Foto: Kolossa

BALVE - „Tauchen ist unbeschreiblich – das muss man selbst erleben“, lädt der zwölfjährige Max Beckmann dazu ein, den für ihn neu entdeckten Sport mitzumachen. Seit drei Wochen ist er Mitglied beim Tauchsportverein Mammut Divers: „Darauf gebracht hat mich mein Opa Christoph Schäpers.“ Dieser war vor 25 Jahren einer der Mitbegründer dieses Vereins.

Jetzt gehören dem Verein 35 Mitglieder an, darunter zwölf Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren. Für diese sind vier ausgebildete Tauchlehrer tätig, Gerhard Kirchhoff hat davon den höchsten Ausbildungsstand: „Wir stimmen die Ausbildung auf den Einzelnen ab.“

Beherrschen muss der Neuling das Ins-Wasser-Springen, die Fortbewegung im kühlen Nass in jeglicher Schwimmlage mit und ohne Maske, unter Wasser die Höhe zu halten, und auch den Wechsel des Mundstücks für den Grundtauchscheins.

Beim Anlegen der Ausrüstung wird Max die Bedeutung der Ventile erklärt, dann schnallt er sich die Sauerstoffflasche mit Zehn-Liter-Inhalt um, stellt sich an den Beckenrand im Balver Schwimmbad, macht einen großen Schritt nach vorn, und landet im Wasser. „Sehr gut gemacht“, nickt Kirchhoff. Unter Wasser hilft dem Jungen dann Udo Janz weiter. Langsam gleiten sie auf den Grund des Beckenbodens, und durchschwimmen von dort die gesamte Beckenlängsseite.

Wer mitmachen möchte, braucht nur Taucherbrille, Schnorchel und Flossen, den Rest stellt der Verein. Wöchentlich wird im Schwimmbad trainiert. Mit der Jugend finden außerdem Fahrten zur Möhne, dem Hennesee und Tauchplätzen in den Niederlanden statt. „Wir haben immer ein Sauerstoff-Notfallsystem und einen Kompressor mit dabei“, beschreibt Janz den hohen Sicherheitsstandard seines Vereins, der dem Verband Deutscher Sporttaucher angeschlossen ist.

Tauchen ist ein Individualsport. Doch bei den Tauchgängen müssen sich die Teilnehmer aufeinander verlassen können. „Vereins-Wettbewerbe finden nicht statt“, so Kirchhoff. Es gehe um das Erleben von Atmen und Schweben unter Wasser. Und dafür muss jeder fit sein, was mit einem ärztlichen Attest bestätigt sein muss.

Max genießt das Tauchen: „Aber für die Prüfung zum Grundtauchschein lasse ich mir noch etwas Zeit.“ Dafür ist auch ein schriftlicher Test erforderlich. Kirchhoff: „Bei den Mammut Divers wird von den Basics bis zum Tauchlehrer alles ausgebildet.“

In diesem Jahr haben neun Taucher das Bronze-Abzeichen absolviert. Die Erwachsenen blicken auch über den Uferrand von Möhne und Henne, denn getaucht haben sie sogar schon in Ägypten, auf Mauritius, in Thailand, Griechenland und Südafrika sowie auf Elba.

„Und noch einmal runter“, ruft Janz seinem Schüler Max zu. Beide setzen die Maske auf, und gleiten unter Wasser. Beim nächsten Training – immer dienstags ab 19.30 Uhr im Schwimmbad an der Murmke – sind sie wieder mit dabei. Weitere Interessierte sind jederzeit willkommen.

Von Julius Kolossa

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