Die Schwächen der Stadt Balve analysieren

BALVE ▪ Rund 30 000 Euro wollen die Verantwortlichen der Stadt Balve in ein Dorfentwicklungskonzept investieren. Mit dem entsprechenden Vorschlag wollen sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am kommenden Montag im Rathaus beschäftigen.

Bürgermeister Hubertus Mühling ist der Ansicht, dass die Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes durch ein externes Fachbüro für die Zukunftsgestaltung der Stadt notwendig ist. In der Verwaltungsvorlage erinnert er daran, dass in Balve bis zum Jahr 2035 mit einem Bevölkerungsrückgang von bis zu 19 Prozent gerechnet werden müsse. Mühling: „Die Vielfeld des demographischen Wandels erfordert ein ressortübergreifendes prozessorentiertes Gesamtkonzept mit klarer Prioritätensetzung, erstellt von einem professionellen Planungsbüro.“

Um ein tragfähiges Stadt- und Dorfentwicklungskonzept erstellen zu können, müssten insbesondere auch die Schwächen der Stadt herausgestellt und analysiert werden. Nur so könnten Ansätze zur Verbesserung erarbeitet werden. Als Schwächen führt Hubertus Mühling unter anderem fehlenden Wohnraum für ältere und behinderte Menschen, mangelhafte Infrastruktureinrichtungen – besonders in den kleineren Ortsteilen – sowie nicht ausreichende Verkehrserschließung auf. Weiterhin nennt er die Schließung von Geschäften und Einrichtungen, die der medizinischen Versorgung der Bevölkerung dienen und die Leerstände von Wohngebäuden.

Allerdings sollten auch die Stärken der Stadt und ihrer Dörfer herausgestellt werden, um eventuell noch schlummernde Potentiale zu finden, fordert Mühling.

Der Bürgermeister schlägt vor, mehrere Gutachter anzuschreiben, um Angebote für die Erstellung eines Entwicklungskonzeptes einzuholen. Er betont, dass Einzelmaßnahmen der Dorfentwicklung und -erneuerung teilweise nur noch dann durch die Bezirksregierung gefördert würden, wenn die Gemeinde ein Dorfentwicklungskonzept vorlegen könne. Absehbar sei zudem, dass eine Bezuschussung nach der EU-Verordnung künftig nur noch dann genehmigt werde, wenn ein Konzept vorliege.

Die maximalen Kosten für das Gutachten schätzt die Verwaltung nach Rücksprache mit der Bezirksregierung auf circa 50 000 Euro. Abzüglich der Fördermittel müsste die Stadt Balve demnach noch maximal 29 750 Euro aufbringen. Zur Ratssitzung am 20. Juni sollen den Kommunalpolitikern die Finanzierung, die Kosten und die Höhe der Zuschüsse voraussichtlich detaillierter vorgestellt werden. Allerdings hat der Bürgermeister aus Fristwahrungsgründen bereits den formellen Antrag auf Gewährung einer Förderung des Dorfentwicklungskonzeptes bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht – vorbehaltlich der Zustimmung des Rates.

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