Ende September ist Schluss bei Schuhhaus Schneider

Ende einer Ära: Schuhgeschäft im MK schließt nach 137 Jahren

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Das Schuhhaus Schneider in Balve.

Nach 137 Jahren ist Ende des Monats Schluss, dann ist die Ära des Schuhhauses Schneider in Balve vorbei.

Balve - „Wir schließen Ende September“, sagte Inhaberin Irene Grote (34). „Ich bin Mama von zwei Jungs und räume jetzt meiner Familie die oberste Priorität ein. Außerdem will ich meinem Mann Carl mehr den Rücken stärken“, sagte sie zu den Gründen. 

Ihre Söhne Carlo (3) und Felix (16 Monate) halten sie auf Trab, außerdem möchte sie sich voll und ganz für die Goldbäckerei Grote einsetzen, bei der ihr Mann Geschäftsführer ist. Irene Grote ist für die Schulungen im Verkauf zuständig. „Die Arbeit im Schuhhaus hat mir Spaß gemacht“, blickt sie zurück auf eine Zeit, die vor sieben Jahren begann. 

Mittlerweile in der vierten Generation

Damals übernahm Irene Grote die Geschäftsführung von ihrem Vater Christoph Schneider in der vierten Generation: „Mein Urgroßvater Hermann hat das Geschäft 1883 gegründet.“ Ihr Großvater Franz übernahm im Verlauf der Zeit den Laden, danach ihr Vater, der gelernte Schuhmachermeister Christoph Schneider. „Ich bin eigentlich in einem Schuhkarton groß geworden“, denkt Irene Grote schmunzelnd zurück. 

Noch bis Ende des Monats verkauft Irene Grote Schuhe im Schuhhaus Schneider, dann schließt der Laden nach 137 Jahren.

Doch beruflich zog es sie zunächst in dem medizinischen Bereich; sie ließ sich in Münster zur Krankenschwester ausbilden und arbeitete dort von 2002 bis 2012 auf der Onkologie im Clemenshospital. Danach war sie im Balver St.-Marien-Hospital tätig sowie in der ambulanten Pflege in Sundern. Ihr weiterer beruflicher Weg war da allerdings schon vorgezeichnet: „2011 fragte mich mein Vater, ob ich das Schuhgeschäft übernehmen möchte, doch für diese Entscheidung brauchte ich Bedenkzeit.“ 

Einige Neuerungen eingeführt

2013 war es dann so weit: Irene Grote wurde die Chefin im Schuhhaus Schneider. Sie führte Neuerungen ein wie die Durchführung von Schuhpartys und die Erweiterung des Sortiments an Kinderschuhen. „Wir haben auch Modenschauen im Zelt auf dem Drostenplatz mitgestaltet“, erinnert sie sich. Ihr Fazit: „Es war eine schöne Zeit, in der ich dankbare und treue Kunden gehabt habe.“ Sie nimmt Abschied mit einem Schlussverkauf, für den das Geschäft montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet ist. „Wie es danach mit dem Ladenlokal weitergeht, das entscheiden meine Eltern.“ 

Daniel Pütz, Vorsitzender der Balver Fachhändler, sagte zu diesem bevorstehenden Leerstand: „Die Schließung ist natürlich sehr bedauerlich für die Kunden und die anderen Geschäfte in der Innenstadt, aber auch für unseren Verein, der nicht nur ein engagiertes Mitglied verliert, sondern auch ein Gesicht, was in der Öffentlichkeit für den neuen Handel stand, der den Spagat zwischen Lokalkunden und Heimkunden hinbekommen hat. Ich hoffe, dass jemand gefunden wird, der den Laden in der bisherigen Form fortführt, oder zumindest das Ladenlokal als solches nachvermietet werden kann.“

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