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Ein Schützenfest, wie es sein soll

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Von: Julius Kolossa

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Gleich nach dem Vogelschießen am Sonntag bekam der neue Volkringhausener Schützenkönig Stephan Hagelüken die Königskette umgehängt. Neben seine Frau und Königin Sabine reckte er die Hände in die Höhe.
Gleich nach dem Vogelschießen am Sonntag bekam der neue Volkringhausener Schützenkönig Stephan Hagelüken die Königskette umgehängt. Neben seine Frau und Königin Sabine reckte er die Hände in die Höhe. © Kolossa

227 Schuss und 92 Minuten waren am Sonntag erforderlich, bis in Volkringhausen nicht nur mit Stephan Hagelüken der neue dorfeigene Schützenkönig, sondern auch der erste im Stadtgebiet von Balve feststand. Proklamiert wurde er auf der Vogelwiese mit seiner Frau und Königin Sabine Hagelüken von Brudermeister Stephan Neuhaus.

Volkringhausen - „Das war ein spannendes und packendes Vogelschießen“, zog Neuhaus die Bilanz der ersten Vogeljagd nach zwei Jahren durch die Corona-Pandemie verordneten Schießpause. Bis dahin regierten Matthias und Melanie Noll, die nun darauf warteten, die Insignien ihrer Regentschaft (Kette und Königinnendiadem) weiterzugeben.

Stephan Hagelüken („Hage“) ergriff nach den Ehrenschüssen die Gelegenheit, auf den Vogel zu schießen. Da fehlte dem Aar nach dem ersten abgegebenen Schuss vom bis dahin amtierenden König Matthias Noll der Apfel, und auch das Zepter (Thorben Reuß, 8. Schuss). „Unser Dorf braucht einen König“, erzählte der neue König unserer Zeitung, warum er sich ans Gewehr traute. Große Erfahrung habe er nicht mitgebracht; zuletzt half er Andreas Krutmann im Jahr 1995, Schützenkönig zu werden. Nun war es an der Reihe, „Hage“ zu helfen“, den Vogel abzuschießen. Andreas Krutmann nahm sich dieser Aufgabe an, und schoss dabei die Krone ab (91. Schuss). Weitere Alt-Könige mit Matthias Noll, Hubertus Schweitzer, Hubertus Mühling, Sandro Schwabbauer und Stefan Wiesenhöfer wechselten sich als Helfer ab.

Zählbare Erfolge allerdings heimste der Königsaspirant ein: die Flügel fielen nach den 133. und dem 223. Schuss. Alle Schützen waren oder wurden immer zielsicherer an den Gewehren, das war sichtbar. Und doch war der Vogel zäh, ließ er sich doch nur nach und nach aus dem Kugelfang schießen. „An diesem Exemplar arbeiten wir uns ab“, sagte es Hubertus Mühling sehr zutreffend. Und als dann nur noch ein Holzstück abzuschießen war, war es am Ende dem Erfolg von Stephan Hagelüken zuzuschreiben. „Jetzt wünsche ich mir und uns allen eine schöne Party – und im normalen Rhythmus wieder ein schönes Schützenjahr feiern zu dürfen.“ Sein Hofstaat steht ihm und seiner Königin Sabine dabei tatkräftig zur Seite. Der Auftakt am Sonntag, dem ersten Tag der Regentschaft jedenfalls kann als gelungen betrachtet werden.

„Daumen hoch für unser Schützenfest“, sagte dazu Stephan Neuhaus unserer Zeitung. Der Brudermister blickte in seinem letzten Amtsjahr auf ein Schützenfest zurück, dass ein voller Erfolg gewesen sei. „Alle drei Tage hatten wir sehr gute Besucherzahlen.“ Auf dem Festplatz und in der Halle waren Mitglieder aller Schützenbruderschaften aus dem Raum Balve und darüber hinaus zu sehen. Aber auch viele Volkringhausener nahmen teil. „Man sieht: die Leute wollen wieder Gemeinschaft und Leben in ihrem Dorf.“

Stolz war er auch auf die Jungschützen, die nach einiger Zeit der Stagnation wegen zu geringer Mitgliederzahlen, „den Geist des Schützennachwuchses wieder aufgegriffen haben“. Seit 2009 hat dieser eine eigene Abteilung in den Reihen der St. Hubertus-Schützenbruderschaft. Vier Jugendliche sind es inzwischen wieder, die mitmarschieren. Besonders stolz war Neuhaus aber auch auf den Großen Zapfenstreich: „Sieben Jahre fand dieser nicht statt. Dass er dieses Mal zum Auftakt unseres Schützenfestes am Freitag mit unserer Festmusik aus Heggen und unseren Freunden vom Trommlerkorps Eisborn gespielt wurde, war etwas ganz Besonderes.“ Der Bolzplatz an der „Glashütte“ war dafür der ideale Austragungsort, bot er doch genügend Platz auch für die Zuschauer.

Die Volkringhausener erwiesen sich insgesamt als gute Gastgeber an allen drei Festtagen. Ihre Gäste wurden bestens unterhalten von der Band „Brandstifter“, die für Stimmung sorgten. Und bei guten Gesprächen ließen sich alle ihr Bier schmecken. Dazu eine Bratwurst – so muss Schützenfest sein.

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