Schreiber: "Keine Bühne für solch einen Kindergarten"

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Der 1. Vorsitzende Andreas Schreiber führte durch eine Frühjahrsversammlung, die erst nach mehr als drei Stunden beendet wurde.

WERDOHL - Nach mehr als drei Stunden schloss der Vorsitzende Andreas Schreiber am Freitagabend die Frühjahrsversammlung des Werdohler Schützenvereins im Restaurant Vier Jahreszeiten. Vorausgegangen waren kontroverse Diskussionen um Anträge, Abläufe und Missstände innerhalb des Vereins.

Von Jari Wieschmann

Zudem standen gleich auf mehreren Positionen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Der langjährige Sportwart Udo Müller stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl, sondern kandidierte stattdessen um das Amt des 2. Vorsitzenden, das bislang Dieter Kellmann bekleidet hatte.

Für diesen Posten warf auch Uwe Schneider seinen Hut in den Ring. Mit 38 zu 25 Stimmen (bei zehn Enthaltungen) setzte sich Müller gegen seinen Konkurrenten durch.

Bei der Wahl des Sportleiters wollte der 21-jährige Yannik Müller in die Fußstapfen seines Vaters treten und scheiterte am Votum der Mitglieder. Unter dem Strich standen auf der Habenseite 27 Ja-Stimmen, während sich vierzehn Schützen enthielten und 32 von ihnen mit Nein stimmten. Der Posten bleibt vorerst vakant.

Amt des Sportleiters bleibt vakant

Zum 2. Schriftführer wählte die Versammlung Jens Kirsten mit einem deutlichen Ergebnis von 64 Ja-Stimmen gegen fünf Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Die Wahl des 1. Kassenprüfers fiel auf Eint Meyer, da Alexander Putz nicht mehr gewählt werden durfte.

In seinem Jahresbericht ging der 1. Vorsitzende Andreas Schreiber zunächst auf das Schützenfest des vergangenen Jahres ein. War der Samstag noch zufriedenstellend, bewertete Schreiber den Festmontag schlicht als Reinfall.

Aus diesem Grund hatte der Vorstand im Vorfeld der Sitzung einen veränderten Ablauf beschlossen. Dass das Königspaar sich aber nicht mehr auf der Rathaustreppe dem Schützenvolk präsentieren soll, stieß bei einigen Teilnehmern der Frühjahrsversammlung auf Kritik.

Der Start in das aktuelle Schützenjahr sei allerdings mit dem Schneegestöber im Festsaal Riesei geglückt: „Schon während der laufenden Veranstaltung fiel die Entscheidung, dass wir für den ersten Samstag im Februar des kommenden Jahres bereits ‘Neuschnee’ gemeldet haben“, erklärte der Schützenchef.

Cocktailbars, die Amigos und ein Stargast nebst Licht- und Tontechnik seien das Gerüst für eine weitere Top-Veranstaltung.

Diffamierungen und Beleidigungen per SMS

Als Andreas Schreiber allerdings ein Thema ansprach, das die „persönliche Einstellung manch eines Schützen im Umgang mit seinen Schützenschwestern und Schützenbrüdern“ ansprach, veränderte sich der Tonfall seiner Stimme deutlich.

Er prangerte an, dass seit geraumer Zeit „anfeindende, beleidigende oder einfach Unwahrheiten verbreitende SMS und Mails an die Mitglieder verteilt werden“. In diesem Zusammenhang würden Namen, aber auch Bezeichnungen, wie König, Königin, Kompanieführer verschiedener Kompanien, Sportleiter und Geschäftsführer mit ihrem Amt eindeutig benannt.

„Leute, das kann es nicht sein!“, schrieb der 1. Vorsitzende seinen Zuhörern ins Stammbuch. „Lasst es bleiben und haltet den Verein endlich aus persönlichen Differenzen heraus, unterlasst Beleidigungen, Diffamierungen und Anschuldigungen jeglicher Art. Wir bieten hier nicht die Bühne für solch einen Kindergarten“.

Stattdessen fordert er, das Vereins-Image zu fördern anstatt es durch unnütze und dumme Aktionen zu untergraben. Dass die Unstimmigkeiten aber darauf zurückzuführen seien, dass während des Schützenfestes Wertmarken auf Rechnung verteilt und nicht unmittelbar bezahlt worden seien, dementierte Schreiber. Die Probleme seien bereits früher aufgetreten.

Zuletzt wurde noch über zwei Anträge abgestimmt, die Daniel Bartke eingereicht hatte. Er forderte, dass die Frühjahrs- und Herbstversammlungen zukünftig an einem Samstag stattfinden und zu einem früheren Zeitpunkt beginnen sollten, um einen größeren Teilnehmerkreis zu erreichen. In der nächsten Herbstversammlung am 14. November werden die Mitglieder über einen möglichen Alternativtermin im Jahr 2015 abstimmen.

Der zweite Antrag, der vorsah, dass Protokoll nicht mehr in der Sitzung verlesen zu lassen, fand keine Mehrheit. Die Abstimmung endete in einem Patt. Um 22.30 Uhr beendete Andreas Schreiber den offiziellen Teil der Sitzung.

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