Einrichtung am Krumpaul

Schnelltests: Nachfrage sinkt stark - so reagiert das städtische Corona-Testzentrum

Bernhard Krämer koordiniert die Arbeiten im Corona-Testzentrum am Krumpaul.
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Bernhard Krämer koordiniert die Arbeiten im Corona-Testzentrum am Krumpaul.

Das Corona-Testzentrum am Krumpaul passt sich an. „Wir haben uns aufgrund der sinkenden Nachfrage entschlossen, die Öffnungszeiten zu reduzieren“, teilte Bernhard Krämer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Balve mit.

Krämer koordiniert den Ablauf im städtischen Testzentrum, das in einem Trakt des Hauptschulgebäudes untergebracht ist.

„Es war absehbar, dass der Trend nach unten zeigen wird – die Zeiten mit 4300 Tests in einem Monat sind vorbei. Jetzt verzeichnen wir noch 1500 Tests monatlich. In der vergangenen Woche wurden etwa 500 Tests durchgeführt“, so Krämer.

Tests ab 11. Oktober nicht mehr kostenfrei

Unter den Testwilligen seien auch Geimpfte, die für ihre persönliche Sicherheit einen Corona-Schnelltest machen ließen. All dies noch kostenlos für die Besucher. Damit ist es ab dem 11. Oktober vorbei. Dann werden Personen, die sich gegen Corona impfen lassen könnten, dies aber ablehnen, für jeden Test zur Kasse gebeten – so hat es die Bundespolitik festgelegt.

„Das Corona-Testzentrum am Krumpaul steht nach wie vor in der sozialen Verantwortung des Gesundheitssystems, sodass unsere Überlegungen bisher dahin gehen, bis Ende Oktober oder Anfang November geöffnet zu lassen“, sagte Bernhard Krämer, wie es nach diesem Stichtag weitergehen könnte.

Aber: „Um jetzt schon eine endgültige Entscheidung treffen zu können, wie lange wir weitermachen können, dafür fehlen uns noch wesentliche politische Rahmenbedingungen: welche Personen werden eventuell begünstigt, sodass ihnen keine Kosten entstehen? Welche Nachweise müssen erbracht werden? Wie werden diese erfasst?“ All diese Fragen seien noch unbeantwortet.

Bis zu 20 Euro je Test

Der Testzentrum-Koordinator gibt sich auch keinen Illusionen hin, dass diese bis zur Bundestagswahl am 26. September oder direkt danach geklärt werden. „Aber vielleicht gibt es dann eine neue Zusammensetzung der Bundesregierung und eine neue Beurteilung der Lage in Sachen Corona-Schnelltests“, so Krämer.

Bislang rund 20.000 Schnelltests durchgeführt

Das Corona-Testzentrum am Krumpaul ist seit dem 22. März in Betrieb. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Balve, der heimischen Apotheken, der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Malteser und des Deutschen Roten Kreuzes. Verantwortlich vor Ort in Sachen Durchführung der Schnelltests sind die Malteser und Rotkreuzler. Koordiniert werden die Arbeiten von Bernhard Krämer (Kassenwart DRK-Balve). Der Pool an Kräften besteht aus 60 ehrenamtlichen Helfern, die nach Bedarf eingesetzt werden. Bisher wurden etwa 20 000 Schnelltests durchgeführt, darunter waren lediglich 14 positive Ergebnisse und damit Corona-Verdachtsfälle. Wie viele davon über PCR-Test wirklich als Corona-Fälle bestätigt wurden, kann Bernhard Krämer nicht sagen: „Uns liegt kein Überblick darüber vor.“

Deshalb bleibe das Testzentrum vorerst in Betrieb. „Wir beobachten aber auch die Nachfrage, um abschätzen zu können, ob unser Einsatz noch weiterhin erforderlich sein sollte“, sagte Krämer. Bei den Preisen für einen Schnelltest ab dem 11. Oktober kalkuliert Krämer mit einem „am marktüblichen Wert“ zwischen zehn und 20 Euro je Test. Den Preis darf jeder Testanbieter selbst bestimmen: „Unser Testzentrum wird sich am unteren Ende der Preisskala befinden, wobei die Einnahmen wieder in voller Höhe der Bevölkerung zugute kommen.“ DRK und Malteser Hilfsdienst, die die Einrichtung federführend betreiben, wollten das eingenommene Geld abzüglich der Kosten für gemeinnützige Zwecke vor Ort ausgeben. Auf einen genauen Preis für einen Schnelltest wollte sich Bernhard Krämer vorerst noch nicht festlegen lassen. „Es befindet sich noch sehr viel in der Schwebe, um endgültige Entscheidungen treffen zu können.“

PCR-Tests wird es auch künftig nicht geben

Dafür spricht er sich bereits definitiv gegen das Angebot aus, PCR-Tests anzubieten. Dies benötigen Ungeimpfte beispielsweise, um an einer Veranstaltung mit Tanz (zum Beispiel eine Hochzeitsfeier) teilnehmen zu dürfen. „Diese laborbestätigte Absicherung eines Schnelltests kostet 58 Euro, die bezahlt werden müssen. Außerdem müssen ein Laborpartner und Kurierfahrer zur Verfügung stehen. All dies ist ein viel zu hoher Aufwand für Balve“, so Krämer.

Das städtische Corona-Testzentrum in der Hauptschule ist ab sofort wie folgt geöffnet: Montag, Mittwoch, Donnerstag: 8.30 bis 10.30 Uhr; Mittwoch und Freitag: 17 bis 19 Uhr, Samstag: 10 bis 12 Uhr. Testtermine müssen im Vorfeld online über die Homepage der Stadt (www.balve.de) oder über die Balve-App vereinbart werden.

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