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„Schlechteste Fläche“ in Balve wird bebaut

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Von: Julius Kolossa

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Der Stadtrat sprach sich mit großes Mehrheit für das Baugebiet „Schmandsack“ aus.
Der Stadtrat sprach sich mit großes Mehrheit für das Baugebiet „Schmandsack“ aus. © Kolossa, Julius

Der Rat der Stadt Balve hat in seiner Sitzung am Mittwoch mit großer Mehrheit von CDU, SPD und Teilen der UWG den Weg frei gemacht für das Neubaugebiet „Schmandsack“.

Gegen die Stimmen von Heinrich Stüeken und Peter Glasmacher (beide UWG), die Kritik an dem Projekt äußerten, wurde der Bebauungsplan verabschiedet.

Stüeken verweigerte seine Zustimmung, weil er das noch ausstehende Ergebnis einer Artenschutzprüfung auf einem Teil der sechs Hektar großen Fläche abwarten wolle, erklärte er. Glasmacher warnte die Stadt vor einem „desaströsen finanziellen Abenteuer“ mit dieser „schlechtesten Fläche in Balve“. Diese befindet sich im Eigentum der Stadt, und grenzt an die Straße Am Darloh, an den Garbecker Kirchweg, und den Wirtschaftsweg Am Schran.

Erster versuch im Jahr 2007 gescheitert

Bereits im Dezember 2007 wollte der Stadtrat einen Bebauungsplan für dieses Gebiet aufstellen, scheiterte seinerzeit aber an der geplanten Anbindung an die Kreisstraße, so dass die Pläne überarbeitet werden mussten. Und auch jetzt ist noch nicht alles optimal – zumindest aus der Sicht von Heinrich Stüeken. Mit Verweis auf das noch ausstehende Ergebnis einer Artenschutzprüfung sagte der UWG-Vertreter: „Nach Angaben des Märkischen Kreises ist ohne ein solches Prüfungsergebnis der Bebauungsplan ungültig.“

Dies sah Sven Rothauge, im Rathaus zuständiger Sachbearbeiter für die Bauordnung anders. Das Fazit der Artenschutzprüfung würde abgewartet und dann dem Bebauungsplan im nächsten Jahr beigefügt. Vorher solle nicht gebaut werden. So hätte dann alles seine Gültigkeit.

Kritik an Beschaffenheit der Fläche

Peter Glasmacher kritisierte die Beschaffenheit der Fläche: „Hier gibt es zwölf Prozent Steigung, wobei sich die Entwässerung bei dieser Steillage als schwierig gestalten wird.“ Er forderte stattdessen, altersgerechtes Wohnen zu fördern und dementsprechend das seit einigen Jahren immer noch leerstehende Haus Krüdewagen an der Hauptstraße zu kaufen. Die ehemalige Gaststätte steht seit rund fünf Jahre leer und verfällt zusehends. Ein auswärtiger Eigentümer bietet die Immobilie immer wieder zum Kauf an. Für den veranschlagten Preis von rund 600 000 Euro hat sich bislang aber kein Käufer gefunden.

Damit sprach der UWG-Abgeordnete allerdings nur für sich – der UWG-Fraktionsvorsitzende Lorenz Schnadt wies auf fraktionsinterne unterschiedliche Meinungen hin, die auch in der Abstimmung deutlich wurden. „Allerdings haben wir Verantwortung für die nächsten Generationen“, gab Schnadt zu. „Dieses Baugebiet ist immerhin in städtischer Hand und es ist vermarktbar.“ Dass der „Schmandsack“ nicht rundum optimal sei, gab auch Jörg Roland (CDU) zu. „Aber viel steht Balve nun einmal nicht zur Verfügung. Und jetzt müssen wir diese Kröte schlucken. Auch, weil wir so lange gewartet haben.“

Zustimmung auch von der SPD

Zustimmung zum Projekt gab es auch vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Cay Schmidt, der auf dieses letzte, im Besitz der Stadt befindliche Baugebiet hinwies.

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