1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Balve

„Schimmelhaus“ in Volkringhausen: Elke Schenk will weiter kämpfen

Erstellt:

Von: Julius Kolossa

Kommentare

Wollen ihr Haus nicht wieder hergeben: Elke (links) und Bianka Schenk haben in das einstige „Schimmelhaus“ in Volkringhausen viel investiert und es so bewohnbar gemacht.
Wollen ihr Haus nicht wieder hergeben: Elke (links) und Bianka Schenk haben in das einstige „Schimmelhaus“ in Volkringhausen viel investiert und es so bewohnbar gemacht. © Kolossa, Julius

Die Haus in Volkringhausen von Elke Schenk (77) und ihrer Tochter Bianka (45) hat beide schon viel Geld, Zeit und vor allem auch Nerven gekostet.

Zuletzt wurde über das „Schimmelhaus“ vergangenen Woche vor dem Arnsberger Landgericht verhandelt. „Hier habe ich das Zuhause gefunden, das ich immer gesucht habe“, sagt die gebürtige Bottroperin Elke Schenk, warum ihr dieses Haus – trotz des vielen Ärgers – sehr ans Herz gewachsen ist.

2014 hat sie dieses Haus am Inselweg in Volkringhausen gekauft. Aber: Dieses 1920 erbaute Haus, das 1995 um einen Anbau erweitert wurde, ist „nicht ohne“, wie Schenk schon zeitig nach dem Kauf feststellen musste. Um die vielen Mängel zu dokumentieren, gab die heute 77-Jährige insgesamt drei Gutachten in Auftrag und hielt damit eine lange Liste von Mängeln in der Hand. Dies bestärkte Schenk in ihrem damaligen Vorhaben, die für den Hauskauf gezahlten 154 000 Euro von der Verkäuferin aus Meinerzhagen zurück zu verlangen.

Wasser und Mäuse dringen ein

„Die Heizung und die Warmwasserversorgung funktionierte nicht, dafür erfolgte die Spülung der Toilette mit heißem Wasser. Die Grundmauer war porös, sodass Wasser und selbst Mäuse eindrangen“, zählt Elke Schenk die gravierendsten Mängel auf, die das Haus praktisch unbewohnbar machten, sodass eine umfassende Instandsetzung erforderlich war. „Und dann war da noch der Schimmel – ich habe zwei Jahre deswegen hier nicht leben können, habe deswegen in einem Wohnwagen, später in einer Mietwohnung gewohnt“, sagt Elke Schenk. Ihre Tochter Bianka Schenk ergänzt: „Wir wussten nach den beiden Hausbesichtigungen, die wir vor dem Kauf durchgeführt haben, dass einiges an Arbeit auf uns zukommen würde, um das Haus, das verwohnt war, zu modernisieren. Diese Arbeit schreckte uns nicht ab. Nicht bekannt waren uns allerdings die gravierenden Schäden bis in die Bausubstanz.“

Vor dem Landgericht Hagen kam es 2016 zum ersten Prozess. Die Schenks wollten den Kauf rückgängig machen. Ohne Erfolg, das Gericht gab der Verkäuferin Recht, eine Arglist beim Verkauf sei nicht nachzuweisen. Doch auf einer Ruine wollten Mutter und Tochter nicht sitzen bleiben, packten daher mit Unterstützung ihrer Familie und Freunden mit an, um ihr neues Heim aufwendig und grundlegend zu sanieren. Elke Schenk erinnert sich: „Etwa 30 000 Euro habe ich allein für die Abdichtungen ausgegeben, weiteres Geld, um das Haus schön zu machen mit Garten, Teich und Wintergarten. Insgesamt 58 000 Euro kamen zusammen.“ Bis ins Jahr 2018 wurden am Inselweg unzählige Stunden gearbeitet, während das Haus, wie die Schenks betonten, nicht bewohnbar war. Gegen das Landgericht-Urteil hatten die Schenks Berufung eingelegt. So ging das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Hamm in die nächste Instanz. „Hier bekam ich Recht“, so Elke Schenk. Doch den Kauf rückabwickeln wollte sie nun gar nicht mehr. Schließlich waren die Renovierungsarbeiten bereits sehr weit fortgeschritten.

Verkäuferin will das Haus unbedingt zurück

Damit wollte sich die Verkäuferin, die nach dem Urteil die Rückzahlung der Kaufsumme in Höhe von 154 000 Euro angeboten hatte, nun aber nicht abfinden und das Haus unbedingt zurückhaben. Deshalb trafen sich beide Parteien vor wenigen Tagen nun erneut vor Gericht. „Auf jeden Fall bleibe ich hier“, betont Elke Schenk. „Hier bin ich doch zuhause.“ Doch noch steht ein Urteil in dieser Sache aus, da es auch beim jüngsten Gütetermin keine Einigung gab.

Etwa 50 000 Euro – und damit die Prozesskosten – will die Gegenseite von Elke Schenk. Diese hat noch an der Hypothek abzuzahlen, sodass weitere Kosten eine große Mehrbelastung wären. Bianka Schenk: „Vielleicht kommt doch noch ein Vergleichsangebot.“ Und wenn nicht, wird ihre Mutter weiterkämpfen. „Ich habe alle Ersparnisse in dieses Haus gesteckt“, sagt sie und fühlt sich im Recht: „Ich halte durch.“

Auch interessant

Kommentare