Schienenbusse kommen demnächst aus Köln

Die Roten Brummer werden zwar verkauft, sollen aber trotzdem noch mehrmals im Jahr durchs Hönnetal fahren.

Binolen - „Es geht weiter“, fasste Dr. Dietmar Schröder das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Schienenbus am Freitag zusammen.

Der Vorsitzende des am 7. März 1996 gegründeten Vereins wird mit Uwe Richter zwar die Liquidation übernehmen – doch das Herzstück, die beiden Schienenbus-Motorwagen und die beiden Beiwagen, werden auch zukünftig im Hönnetal unterwegs sein.

20 der 43 Mitglieder nahmen an dieser letzten Versammlung teil, in deren Rahmen die Weichen für die Zukunft einstimmig neu gestellt urden. Dr. Dietmar Schröder betonte, dass der Verein nicht aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst werde: „Wir haben das investierte Geld hereingewirtschaftet.“ An den durchschnittlich 25 Fahrten in jedem Jahr hätten insgesamt 5000 Personen teilgenommen. „Wir hatten keinen Einbruch bei den Fahrgastzahlen.“

Vielmehr seien die technischen Vorschriften bei den immer reparaturanfälligeren Motorwagen der Baujahre 1960/61 und der 1962 gebauten Beiwagen bei immer weniger Personal aus den eigenen Reihen für die Vereinsauflösung verantwortlich. Zuletzt hielten Uwe Richter, Sascha Dehn und Jupp Dierkes die Schienenfahrzeuge am Laufen. Für die Inneneinrichtung war Dr. Dietmar Schröder selbst verantwortlich.

Im Frühjahr 1996 gekauft, war der technische Zustand zwar gut, aber das Innenleben desolat. Unter anderem neue Tische, die Sprechanlage, ein Kühlschrank und eine Bedientheke wurden eingebaut. All das muss in Ordnung gehalten werden.

„Dazu kommen noch alle acht Jahren die vorgeschriebenen Generaluntersuchungen“, so Dr. Schröder. All dies erforderte viel Einsatz der Mitglieder, die allerdings in Hagen, wo die Fahrzeuge untergebracht waren, keine optimalen Lager- und Arbeitsbedingungen vorfanden. „Auch die Ersatzteilversorgung wurde immer schlechter“, berichtete Johannes Schmoll, Generalbevollmächtigter für Planung und Durchführung von Sonderfahrten.

Der technische Druck nahm immer mehr zu bei den Ehrenamtlichen, so dass der Verein seit etwa einem Jahr nach einer Lösung sucht.

Diese wurde mit der Vulkan-Eifel-Bahn GmbH in Gerolstein gefunden, die bereits einige Schienenbusse sowie den TEE-Rheingold besitzt. Zukünftig wird sich der Oldtimer aus dem Sauerland in Köln befinden. Von dort aus soll er mehrmals im Jahr durch das Hönnetal fahren.

Der Gewinn aus dem Verkauf – der Vorstand sprach von einer sechsstelligen Summe – soll dem Kulturbahnhof Binolen zugute kommen. Unter anderem die Modellbahnabteilung werde davon mit einem eigenen Domizil profitieren. Johannes Schmoll: „Dies ist eine Lösung, mit der alle zufrieden sind.“ Wehmut komme unter diesen Umständen nicht auf, denn die Hönnetaler wüssten ihre Busse jetzt in guten Händen.

Die letzte Fahrt des Schienenbusvereins ist für den 2. Dezember geplant. Gelegenheit zum Abschied besteht am Sonntag, 10. September, in Binolen am Tag des offenen Denkmals. Zukünftig wollen die Eisenbahnfreunde weiterhin Aktivitäten – unter anderem Fahrten mit einer Dampflok – anbieten.

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