Fichtenbestände sind befallen

Schädling wütet in Balve: Kampf gegen den Borkenkäfer

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Der Borkenkäfer hat einen Großteil der Fichten in den heimischen Wäldern befallen.

Balve - Dieses Jahr steht den Waldbesitzern ein Kampf gegen die Borkenkäfer bevor. „Oberste Priorität hat die Beseitigung des Käferholzes, an zweiter Stelle steht die Beseitigung des Käferholzes, an dritter Stelle das Käferholz.“ 

So fasste Revierförster Richard Nikodem die anstehenden Arbeiten vor der Forstbetriebsgemeinschaft Balve zusammen. Denn „alle Fichtenbestände sind mehr oder weniger befallen“. 

Und inzwischen steht die vierte Generation der Borkenkäfer in den Startlöchern, um bei Temperaturen ab 18 Grad auszuschwärmen und es sich wieder in Fichten bequem zu machen. Das befallene Holz muss zeitnah aus dem Wald gezogen werden, um den Käfern keine Brutstätte zu bieten. „Alle anderen Maßnahmen wie Neupflanzungen, Jungwuchspflege und Wegebau haben untere Priorität“, stellte Nikodem klar. 

Fichten verschwinden aus den Wäldern

Die Balver müssten damit rechnen, dass Fichten in heimischen Wäldern bald nicht mehr zu finden seien. Denn die Borkenkäfer leisteten ganze Arbeit bei Aufzucht und Vermehrung. Das führt zum Absterben der Bäume. Und gegen den sich schnell ausbreitenden Schädling gibt es nur wenige wirksame Waffen: Eben der schnelle Abtransport des Holzes aus dem Wald, das Schälen der Rinde vor Ort und – als letztes Mittel – der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. „Es geht nicht mehr darum, gute Preise für Fichtenholz zu erzielen“, sagte der Revierförster. Denn dieses fällt bereits auf 50 bis 45 Euro je Festmeter. Es gehe darum, den Borkenkäfer zu vertreiben. So sieht es auch Julia Bönig vom Forstamt Lüdenscheid, die keine Hoffnung auf steigende Holzpreise machte, sondern vielmehr darauf hinwies, dass die Waldlandschaft Südwestfalen durch den Borkenkäfer in Gefahr sei. 

Positiv sei, dass Verträge mit asiatischen Käufern den Holz-Markt entspannen würden. Im Beckumer Steinbruch sei das Holz gut zwischen gelagert, um es von dort aus in niederländische Hafenstädte zu transportieren und von dort weiter nach Asien. 

Nur 2000 Neuanpflanzungen

Schon 2018 galt viel Aufmerksamkeit den Borkenkäfern. Und weil alle Kräfte damit beschäftigt waren, sich dieses Problems anzunehmen, blieb weniger Zeit für Neuanpflanzungen. Anstelle von 10 000 wurden nur 2000 gesetzt, statt 15 Hektar wurden nur sieben Hektar neu kultiviert. Zudem wurden 20 Kilometer Waldwege instand gesetzt. 814 Tonnen Schotter brauchte es dafür. 17 Kilometer Wegeböschungen wurden gemulcht, 350 Meter Weg von Grund auf instand gesetzt. Dies ließ sich die Forstbetriebsgemeinschaft rund 16 000 Euro kosten. Die Stadt Balve investierte 7000 Euro für ihre Wegeabschnitte, darunter waren 210 Meter in Volkringhausen.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Balve hat 131 Mitglieder und bewirtschaftet eine Fläche von 1237 Hektar. Geschäftsführer: Heinz Schulte; Vorsitzender: Hubert Priggel; Stellvertreter: Thomas Schröder; Beisitzer: Jörg Bösterling, Hubert Cordes, Stefan Padberg, Bernhard Waltermann, Winfried Lohmann und Michael Tillmann.

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