Sammler aus Leidenschaft

Geschätzte 70 000 Jahre alt ist dieser Mammutzahn, den der 84-jährige Sammler in seinen vier Wänden aufbewahrt.

BALVE -  Jeder Sammler freut sich, wenn das, woran sein Herz hängt, auch anderen gefällt. Und so ist Reinhard Holewa (84) ganz besonders zufrieden, dass eine ihm seit 1999 gehörende Folge von 18 Ostereiern mit den Porträts der russischen Zaren von einem Berliner Museum ersteigert wurde

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 „Ein Sammler erwirbt und gibt ab – dabei erzielt er einen Gewinn“, meint er im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Frage zu dem Preis, den seine Exponate bei der Auktion erzielt haben. Und dabei kann sich der Kriminalbeamte im Ruhestand darauf verlassen, dass das, was er gesammelt hat, durchaus von Wert ist, wie die von Fachleuten angefertigten Expertisen zu jedem Stück belegen. Und davon gibt es viele im Haus der Eheleute Reinhard und Elisabeth Holewa.

Seine Sammelleidenschaft begann mit einem Messing-Kerzenständer, den ihm eine Ski-Freundin in den 1960er Jahren in der Schweiz geschenkt hat. Seine große Leidenschaft für Kunst entwickelte sich in den 1970er Jahren: „Als Kriminalbeamter ermittelte ich an der Diebstahlserie in Kirchen im Raum Arnsberg, Meschede und Brilon.“ Nach und nach wurde er immer mehr zum Experten für Exponate von Wert und kaufte antike Möbel, Gemälde, Teppiche, Standuhren, Porzellan und Holzskulpturen. Glück gehört dabei dazu. Und ein glücklicher Zufall war es auch 1982, als er in seiner Teichanlage im Hellefelder Bachtal einen Stein fand, der ihm sehr speziell vorkam. Ein Professor an der Uni Münster bestätigte ihm, dass es sich um eine Axt aus der Steinzeit handelt – etwa 7000 Jahre alt. Geschätzte 70 000 Jahre alt ist der Mammutzahn, den der Sammler bei sich aufbewart.

„Ich mache Kunst, ohne ein Künstler zu sein“, beschreibt er seine Leidenschaft, die in seinem Haus überall sichtbar wird. Alles ist genau katalogisiert. Und ab und zu trennt er sich von seinen Schätzen. So hat er seine Sammlung von Polizeiuniformen- und Gegenständen dem Deutschen Polizeimuseum vermacht. „Schön, dass die Sachen jetzt einen würdigen Platz erhalten“, ist er zufrieden mit seiner Entscheidung.

Alles bei den Holewas hat seine Geschichte und verbirgt Geschichten in sich. Das bisher schönste Stück war eine Pieta, also eine Mutter Gottes mit dem vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus aus dem 17. oder 18. Jahrhundert vom Künstler Sasse aus Attendorn, das vor einiger Zeit einen neuen Besitzer gefunden hat. „Für einen Sammler ist immer der zuletzt erworbene Gegenstand sein Lieblingsstück“, geht er sofort auf ein Bild in einem schweren Barock-Rahmen zu. „Eine sehr gute Kopie eines Raffael-Gemäldes.“ Nach wie vor steht er in Kontakt mit Kölner Auktionshäusern, um eventuell verkaufen oder kaufen zu können. - Julius Kolossa

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